Pop / Rock · Wienerlied

Online - Ursula Strauss & Ernst Molden - Wüdnis


Die Europäischen Literaturtage beschäftigen sich mit einem Phänomen, das durch Covid-19 und dem verordnetem Rückzug wiederauflebt: die Rückbesinnung auf archaische und gemeinschaftsbetonende Modelle menschlichen Zusammenlebens. Dazu passend gibts ein Online-Konzert mit Ernst Molden und Ursula Strauss mit dem Titel Wüdnis.

Autor: Sjón (Reykjavík)
Lesung: Johannes Silberschneider (München)
Konzert: Ernst Molden und Ursula Strauss - Wüdnis
Moderation: Katja Gasser (Wien)

Livestream Lesung und Konzert
https://www.youtube.com/watch?v=LhuaPxIRfHg

Während des Lockdowns im Zuge der COVID-19-Pandemie wurde das Wasser in Venedig klar, und die Luft roch wieder frisch. So jedenfalls lautete eine der ersten Corona-Erzählungen mit einer deutlich positiven Aussicht auf die Möglichkeiten von Veränderungen. Offenbar erholte sich mit dem Rückzug des Menschen die Natur an zahlreichen Orten der Welt, so wie auch vielerorts gegenseitige Hilfe und Mitgefühl mit besonders Gefährdeten feststellbar war. Gerade in dieser ersten Zeit des Ausnahmezustands rückten Fragen in den Vordergrund, welche die Zukunft unserer Welt betreffen. Ob und wie nachhaltig wird sich nach dem Ende der Massenquarantäne das Verhältnis des Menschen zur Natur verändern? Ob und wie wird die Gesellschaft in Zeiten einer Wirtschaftskrise solidarisch bleiben und Formen gemeinschaftlichen Lebens pflegen? Welche Alternativen zu ökonomischen und sozialen Kriegen gibt es, um Krisen zu bewältigen?

Der verordnete Rückzug machte eine Sehnsucht deutlich, die nicht zufällig auch in der europäischen Literatur der letzten Jahre vermehrt wichtig geworden ist. Unter dem Titel Nature Writing rückten zahlreiche Bücher einen erneuten Blick auf die Natur in den Mittelpunkt, widmeten sich Pflanzen, Tieren, ganzen Ökosystemen und vor allem der Rückbesinnung auf archaische und gemeinschaftsbetonende Modelle menschlichen Zusammenlebens. Kurz gesagt besetzt Nature Writing den Begriff Wildnis positiv und lässt Vorstellungen wiederaufleben, wie sie in der Romantik des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielten.
Spätestens seit Henry David Thoreaus Walden oder Leben in den Wäldern und hundert Jahre später Jack Londons Ruf der Wildnis gab es in der Literatur eine Richtung, die sich explizit der Wildnis zuwandte. Diese Idee ist die einer wilden Natur, vor der sich der Mensch einerseits schützt und die er andererseits aufsucht, um den Auswüchsen der Zivilisation zu entkommen. Die Wildnis bedeutet dabei nicht nur die Aussicht, unberührte Natur nachempfinden zu können, sondern betrifft die literarischen Werke selbst. Deren Lektüre verspricht ein wildes, also ursprüngliches Erleben und intensives Wahrnehmen. Ja, die Wildnis erinnert in diesem Sinn den Menschen an seinen Körper, dessen Begehren und unbekannte Wünsche.
Um die vielen Formen von Wildnis soll es bei den Europäischen Literaturtagen 2020 gehen.

Ursula Strauss & Ernst Molden - Wüdnis
In den vergangenen Jahren hat Ernst Molden für Ursula Strauss und sich ein Dutzend neuer Lieder geschrieben. Nach einer umjubelten Vorpremiere bei der Eröffnung des Schrammelklang Festivals 2019, folgen im Jahr 2020 das Album WÜDNIS und die dazugehörige Tour.
Die Songs, reduziert auf zwei Stimmen und elektrische Gitarre, erzählen von der Wildnis in und zwischen den Menschen, vom verkleideten Krieg draussen auf der Gasse und von den Fluchten in die Nacht, in den Wald, in die Liebe.

Wenn die bedeutende Film- und Fernsehdarstellerin auf den herausragenden österreichischen Liedermacher der Gegenwart trifft, dann darf Besonderes erwartet werden.


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