Vortrag · Diverses

Online - Philipp Blom im Gespräch mit Ruth Wodak - Politik mit der Angst


Die schamlose Normalisierung rechtsextremer und rechtspopulistischer Diskurse. Im Bruno Kreisky Forum spricht Ruth Wodak mit Philipp Blom über ihre Beobachtungen und Erkenntnisse, auch mit Blick auf jüngste Ereignisse wie das Terrorattentat in Wien oder die US-Wahlen.

Ruth Wodak hat ihren Bestseller Politik mit der Angst grundlegend neu gefasst und die vielen Entwicklungen rechtspopulistischer Parteien der letzten fünf Jahre eingearbeitet.
Was an sprachlichem Rowdytum, an Beleidigung und Ausgrenzung von Minderheiten, an Verlogenheit noch vor wenigen Jahren undenkbar war, ist heute in den Mainstream vorgedrungen, ist vielfach „normalisiert“. Hass und Rassismus sind salonfähig geworden.
Für Lügen muss man sich nicht mehr entschuldigen, schlechtes Benehmen wird als ansprechendes, attraktives Mittel zum Protest gegen sogenannte „Eliten“ geschätzt. Dies alles steht im Zusammenhang mit einem „Rechtsruck“ des politischen Spektrums in vielen europäischen Ländern (und auch darüber hinaus). Schrittweise werden pluralistische Demokratien ausgehöhlt.

Ruth Wodak ist Sprachwissenschaftlerin und Emeritus Distinguished Professor for Discourse Studies an der Lancaster University (Großbritannien) und weiterhin affiliiert an der Universität Wien, an die sie 1991 als ordentliche Professorin für Angewandte Sprachwissenschaft berufen wurde. 2020 wurde sie zur Ehrensenatorin der Universität Wien ernannt. Abgesehen von vielen anderen Auszeichnungen, erhielt sie 1996 als erste Frau und Sozialwissenschaftlerin den Wittgenstein Preis. Sie besitzt Ehrendoktorate der Universität Örebro (Schweden, 2010) und Warwick (GB, 2020). Sie ist Mitglied der Academia Europaea und der British Academy of Social Sciences. Ruth Wodak hat sich u.a. intensiv mit Identitäts- und Vergangenheitspolitik, Populismus und politischer Kommunikation wie auch Vorurteilsforschung auseinandergesetzt.

Philipp Blom studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien.


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