Theater

Once wie had a Dream


Die achtköpfige philipinische Theatertruppe im Alter zwischen 18 und 21 Jahren führt ihr Stück „Once we had a Dream“ auf. Das selbst entwickelte und im Laufe einiger Jahre immer wieder erneuerte Theaterstück / Musical schildert die eigenen Lebens­geschichten der Jugendlichen, ihre Träume, Visionen und auch ihre Enttäuschungen.

Trotz der Warnungen eines Ingenieurs, wird nichts getan, um den Dammbruch des Auffangbeckens eines Bergwerks zu verhindern. Die Flut aus dem Staudammbruch zerstört Häuser, Mangobäume und alle anderen Lebensgrundlagen im Dorf der Mangobauern. Die Mine wird daraufhin geschlossen – die Überlebenden im Dorf verarmen.

Gleichzeitig werden Mädchen für einen Job im Ausland gesucht. Celinas Mutter ist begeistert und versucht ihre Tochter zu überzeugen, das Angebot anzunehmen, um ihre Schulden bezahlen zu können. Widerstrebend folgt Celina dem Wunsch ihrer Mutter und verabschiedet sich von ihrem Freund Alex, der sie zurückhalten will. Celinas naive Hoffnungen auf einen gut bezahlten Job erfüllen sich nicht. Sie ist in die Hände einer internationalen Sexmafia geraten und wird zur Prostitution gezwungen.

Zusammen mit Isabel, die ein ähnliches Schicksal erleidet und Dodong, einem Straßenjungen aus Manila, wird sie in das Verlies eines Kinder-Bordells verschleppt. Während Celina die Schrecken der sexuellen Ausbeutung erfährt, macht sich Alex auf, Gerechtigkeit für sein Dorf und für seine Freundin zu suchen.

Unterstützung findet er bei Mr. Schmidt aus Deutschland, der als Kopf einer deutschen Fairhandelsorganisation seit langem die Mangokleinbauern fördert und nun eine Kampagne zur Unterstützung der von der Flut betroffenen Dorfbewohner starten will. Er ist es auch, der sich zusammen mit Alex und der örtlichen Polizei auf die Suche nach Celina und den anderen verschwundenen Kindern macht. Bei einem Fluchtversuch von Celina, Isabelle und Dodong geschieht ein tragisches Unglück. Nur Celina und Isabelle werden gerettet. Sie träumen weiter von einem Leben ohne Armut und Ausbeutung.

Durch die authentische Schilderung auf der Bühne und die mutige, engagierte schauspielerische Leistung der Jugendlichen, wird für das Publikum die Dimension von Kindesmissbrauch und Sextourismus intensiv nachvollziehbar. Dabei verharrt das Musical-Drama nicht einseitig in der beklemmenden Darstellung von Armut, Gewalt und Missbrauch, sondern zeugt vom Lebenswillen und Mut, den kindlichen Sehnsüchten und den Stärken der Opfer und deutet Lösungsansätze an. Die Akteure haben viele eigene leidvolle Erfahrungen in ihr selbst geschriebenes Stück eingearbeitet.

Durch die starke Wiedergabe von Gefühlen und den dramaturgischen Spannungsbogen der Handlung werden die Zuschauer in eine beklemmende Atmosphäre hineingezogen, die kaum jemanden unberührt ließ. Musik, Ge­sang und eine ausgefeilte Choreografie laden die ergreifenden Schilderungen mit Energie. Die Darsteller ziehen ihr Publikum über 70 Minuten lang mit einer aufrüttelnden Darbietung in ihren Bann. Im Anschluss an das Theaterstück werden Gesprächsrunden angeboten, bei der das Publikum Fragen an die Schauspieler und ihre philippinischen Begleiter stellen können. So erhalten die Besucher der Veranstaltungen authentische Informationen und ein Kulturerlebnis aus erster Hand.


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