Tanz

On Traces


On Traces ist die erste Präsentation von Zwischenergebnissen eines interdisziplinären Forschungsprozesses, in dem die Praktiken der Choreographie, Phonetik und Klangkunst miteinander verknüpft werden. In einer Reihe von performativen Befragungen wird dabei das Verhältnis zwischen körperlicher Bewegung und Stimmklang ausgelotet.

Im Forschungsprozess wurde eine neue Methode entwickelt, mit der man Klangspuren frei in den Raum schreiben und später wieder aufsuchen kann, um so die Klänge erneut erklingen zu lassen. Damit können PerformerInnen unsichtbare Klanglandschaften aus ihren eigenen Stimmen schaffen. Gleichzeitig sind in diese Landschaften die Bewegungen eines Punktes am Körper der PerformerInnen eingeschrieben und so mit den gespeicherten Klängen eng verknüpft.(*) Eine eingehende performative Befragung dieser Bewegungs- und Klanglandschaften hat zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Konzepten der Spur, des Schreibens und des Abtastens geführt. Gleichzeitig wurden damit ein Vielzahl von Fragen über Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Sprache, Erinnerung, Veränderung und Transformation aufgeworfen.

In On Traces komponieren und explorieren vier PerformerInnen ein Klangenvironment mit dem Ziel, das expressive Potential dieses aus Klängen, Bewegungen und Linien geformten Raums aufzuspüren.

Die Ursprünge dieser Arbeit gehen auf das Projekt Embodied Generative Music (EGM) zurück, das Gerhard Eckel 2007 am Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz gemeinsam mit Deniz Peters initiiert hat und an dem Anna Nowak und Alexander Gottfarb mitgewirkt haben. EGM hat sich mit dem Verhältnis von musikalischem und körperlichem Ausdruck beschäftigt, indem es TänzerInnen mit Hilfe von Motion-Capture-Technologie ermöglicht hat, sich mit ihren Körpern in virtuelle Instrumente zu erstrecken. Eine Begegnung mit der Phonetikerin Christine Ericsdotter an der Universität Stockholm hat dann 2012 den Prozess On Traces angestoßen, der auch als Weiterführung der Arbeit an EGM zu verstehen ist. Die Frage nach möglichen Verbindungen zwischen Tanz und den Bewegungen des menschlichen Stimmapparats wurde durch Christines Röntgenfilme von sprechenden Menschen angestossen, die sie im Kontext eines Workshops über Stimme und Artikulation präsentiert hat. Der so angestossene interdisziplinäre Forschungsprozess wurde von der Wenner-Gren Foundation im Rahmen des Projeks Dancing the Voice in Stockholm gefördert.

KONZEPT, KÜNSTLERISCHE LEITUNG & PERFORMANCE: Gerhard Eckel, Christine Ericsdotter, Alexander Gottfarb, Anna Maria Nowak
SOFTWARE: Gerhard Eckel, David Pirrò
KOPRODUKTION MIT: Kunstverein Archipelago, Tanzquartier Wien


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