Kunstausstellung

Olaf Osten


Eröffnung: Dienstag, 10. Mai, 19 Uhr

Begrüßung:
Günter Schönberger, Bildrecht
Zur Ausstellung:
Nina Schedlmayer, Kunstkritikerin

"Die Karte ist nicht das Gebiet", notiert Alfred Korzybski in "Science and Sanity". Wie weit reicht demnach unser Horizont wirklich? Über welche realen und imaginären Grenzen kann oder muss ich mich hinwegsetzen und wer gebietet heute über wen und was? In der Ausstellung im Bildraum 07 formuliert Olaf Osten diese Fragen neu und rückt Raum und Zeit, als die uns umgebenden Koordinaten, in den Mittelpunkt seiner Zeichnungen und Malereien.

In der Serie "Fernsehen I und III" verdichten sich Schulatlanten, Kartensammlungen und ein Video zu poetischen und territorialen Vorstellungswelten. Olaf Osten setzt über die roten Linien seine abstrakte Malerei, überzieht so fruchtbare Ebenen mit erkalteten Lavaströmen, schleift alpine Gebirgsketten zu tropischen Lagunen und lässt ganze Landstriche in seinen Meeresfluten versinken. Er stellt damit die Vieldeutigkeit der Dinge wieder her und vereint die Gegenwart mit der Vergangenheit.

Neben dem Raum ist die Zeit die zweite Koordinate, anhand derer wir uns in der Welt verorten. In "Pendeln", einer Serie von Farbstiftzeichnungen in ausgedienten Taschenkalendern, breitet Olaf Osten Wochentage vor uns aus. Das Datum und die Skizze haben keinen kausalen Zusammenhang, denn Osten dreht den Kalender um, stellt die Zeit auf den Kopf. Plötzlich sind wir nicht mehr da wo wir sein wollen, wir haben uns verzettelt, unsere Termine sind übermalt, wir kommen zu spät. In einem Alltag, in dem wir vermehrt eingeteilt und verortet werden, heben Olaf Ostens Arbeiten unseren Blick zum Horizont und verschaffen uns die langersehnte Luft auf der Zeit- und Raumachse.

Dauer der Ausstellung: 11. Mai - 16. Juni 2016


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