Theater

Okudschawa im Frieden


Im Rahmen der Tour durch mehrere europäische Länder findet in Wien ein einziges internationales Konzert anlässlich des bevorstehenden 20. Todestages Bulat Schalwowitsch Okudschawa statt – nämlich am 4. Oktober um 20 Uhr im Theater Brett.

Bulat Schalwowitsch Okudschawa (geb. 9.Mai 1924 in Moskau, gest. 12. Juni 1997 in Paris) war ein sowjetischer Dichter und Chansonnier. Der oppositionelle Künstler und Mitbegründer des russischen Autorenliedes galt als der Georges Brassens der Sowjetunion.

Sein Vater wurde als angeblicher deutscher Spion (vorher hoher KP Funktionär) 1937 erschossen, seine Mutter verbrachte 18 Jahre in verschiedenen Arbeitslagern des Gulag. Okudschawa zog zu Verwandten nach Tiflis, er kämpfte im zweiten Weltkrieg, dann studierte er Philologie und kurz unterrichtete. Nach der Rehabilitation seiner Mutter wechselte er 1956 zurück in seine Heimatstadt Moskau.

Er trat mit nonkonformistischen Gedichten auf und begleitete sie auf der Gitarre. Sie hatten einen pazifistischen Grundton und wandten sich gegen Unterdrückung durch den Staat. Weil die Medien Okudschawa versperrt waren, waren Privatwohnungen in Moskau seine Bühne. Dort wurden die Lieder auf Tonband mitgeschnitten und verbreiteten sich als Magnitisdat schnell in der gesamten Sowjetunion. Junge Leute kauften sich Tonbandgeräte, griffen zur Gitarre und sangen die Lieder nach. Okudschawa wurde zum Sprachrohr der sowjetischen Nachkriegsgeneration.
(In den 80er Jahren übersetzte Wolf Biermann seine Lieder in die Deutsche Sprache.)
Okudschawa starb auf einer Lesereise in Paris.

Ein Asteroid (3149 Okudschawa) wurde nach ihm benannt.


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