Kunstausstellung

Österreichische Moderne – Staudacher und Zeitgenossen


Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die lyrisch-abstrakten Arbeiten Hans Staudachers, die der Autodidakt seit den 1950er Jahren geschaffen hat.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die lyrisch-abstrakten Arbeiten Hans Staudachers, die der Autodidakt seit den 1950er Jahren geschaffen hat. Seine informellen, der gestischen Malerei verpflichteten Werke werden mit Arbeiten dreier Vertreter der 1956 gegründeten Gruppe „St. Stephan“ in Beziehung gesetzt und ergänzt. Die gemeinsame Präsentation großformatiger Bilder von Hans Staudacher sowie von Wolfgang Hollegha, Josef Mikl und Markus Prachensky zeugt von der vielfältigen Ausprägung, welche die österreichische Abstraktion in den Jahrzehnten nach 1945 annehmen konnte.

Staudacher setzte sich während seiner mehrfachen Paris-Aufenthalte intensiv mit den lyrisch-abstrakten Arbeiten von Georges Mathieu auseinander und entwickelte so seine impulsive, aus einer spontanen Geste geschaffene Malerei, die er oft mit Schriftkürzeln anreicherte. Dies wird in Arbeiten der 1950er Jahre deutlich, aber beispielsweise auch in dem großformatigen Triptychon „Blaue Illusion“, 1988. Daneben befinden sich Arbeiten, etwa von Josef Mikl, die ebenfalls gestisch, jedoch mit kräftigem Pinselstrich angelegt sind. Sie ergänzen mit ihren wesentlich raumgreifenderen Formen optisch die spontanen Äußerungen Staudachers, dessen Liniengefüge komplett im Farbraum aufzugehen scheinen. Die Malereien Holleghas schließlich erinnern in ihrer lasierenden Farbigkeit an zufällig verstreute Farbakkorde. Inspiriert wird Hollegha dazu von unterschiedlichen Naturformen.

Während sich in Staudachers dreiteiligem Werk sowohl Farben als auch Schrift zur Mitte verdichten, um dort zu einem untrennbaren Ganzen zu verschmelzen, lässt Prachensky in „Red on white – Los Angeles III“, 1969 nur noch an wenigen Stellen das Weiß der Leinwand hervortreten. Zum einen in einer hauchdünnen Linie, die im unteren Drittel des Bildes auftritt, zum anderen oberhalb des bildbeherrschenden Rots, das nur durch die kleine „Farbexplosion“ mit ihren zahlreichen Spritzern unterbrochen wird.

Staudachers Arbeit ist vergleichbar mit einem gleichmäßigen Schwingen in Farbe und Form. Prachensky dagegen erreicht mit „Red on white – Los Angeles III“ einen Grad der farblichen Dominanz und innerbildlichen Statik, die nur noch wenig gesteigert werden kann. Schließlich bildet Prachenskys „Rouge sur Gris – Karlsruhe II“, 1962 den kompositorischen Gegenpol dazu, der – einem kalligraphischen Schriftzug ähnlich – den Bogen zu den skripturalen Elementen in Staudachers Werken spannt.


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