Vortrag

Oberwarter Dialoge


Einem intellektuellen Wunschdenken zufolge genießt die Jugend ein, wenn auch meist nur begrenztes, Privileg zur Revolte. Die Jugendrevolten der 60er- und 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts haben so unbestrittene wie auch folgenschwere gesellschaftliche Energien freigesetzt. Vom idealistisch gesinnten Freisinn der damaligen Jugend ist jedenfalls nicht viel geblieben, im Gegenteil: Gerade auf der heutigen Jugend lastet ein ungeheurer Konsum- und Anpassungsdruck, der in einem paradoxen Verhältnis zur behaupteten Freiheit und Grenzenlosigkeit des Angebots auf allen Ebenen steht.

Alle Versprechungen der Gegenwart scheinen eher in sich gefangene Individuen zu produzieren als Menschen, denen das Bewusstsein eigen ist, dass sie mit Energie und Tatkraft, mit Idee und auch der Bereitschaft zum Risiko die schwierige Zukunft unseres Planeten zu gestalten haben.

Glauben sie überhaupt noch an die Gestaltbarkeit von Gegenwart und Zukunft – oder haben sie sich bereits einer gesellschaftlich weithin akzeptierten Mutlosigkeit ergeben, ohne darin ein Manko oder gar ein gefährliches Defizit zu erkennen? Unter der Leitung von Walter Reiss diskutieren Junge mit Älteren, Ältere mit Jüngeren aus dem großen Pool der Geforderten.


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