Pop / Rock

Nothing


Männer, die auf Schuhe starren: Mit ihrer großartigen Neuinterpretation des 90er-Gitarrenrocks von Smashing Pumpkins bis My Bloody Valentine hatten die Wall-of-Sound-Rocker aus Philadelphia einen triumphalen Einstand bei Ahoi! Pop 2014.

"Guilty Of Everything" hieß das im selben Jahr erschienene, dunkel schimmernde Erstlingswerk, mit dem die Band um Ex-Mitglieder von Deafheaven, Whirr und Horror Show ihre Hardcore- und Punk-Vergangenheit samt mittelschweren Gesetzeskonflikten abarbeiteten.

So richtig lebensfroh wird es auch 2016 nicht. Und das ist gut so. Vollgestopft mit fetten Hooks, genüsslich verzerrten Gitarren und grüblerischen Melodien liefern Nothing mit ihrem neuen Album "Tired Of Tomorrow" ein weiteres nihilistisches Meisterwerk, das trotz aller Schwere in prächtigster Shoegaze-Politur glänzt.

Die Texte kommen direkt aus der Lebenswirklichkeit des Frontmannes Domenic Palermo und spiegeln eine Balance der Gegensätze und Widersprüche. Die zehn Albumsongs mit Bände sprechenden Titeln wie "Curse of The Sun", "Eaten By Worms" und dem (natürlich ironisch gemeinten) "Everyone Is Happy" sind gespickt mit süß-sauren Themen, Depri-Grooves, ansteckenden Refrains und mächtig aufragenden Gitarrenwänden.

Mit "Tired Of Tomorrow" haben Nothing ihre tiefsten Jugenderlebnisse, Inspirationen und Reifung in ein denkwürdiges und selbstbewusstes Album eingearbeitet, das alte Wunden lindert, gleichzeitig aber auch neue aufreißt. Wem es bei The National, Radiohead, Ceremony, Merchandise, Diiv und den eingangs genannten Bands die Gänsehaut aufzieht, sollte sich bei Nothing jedenfalls warm anziehen.

Eine Veranstaltung von Posthof und Opens external link in new windowKAPU

http://www.bandofnothing.com/
Aktuelle CD: "Tired Of Tomorrow" (2016), Relapse Records


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