Tanz

Noé Soulier - Removing


Die meisten unserer alltäglichen Gesten entstehen durch die Ausführung einer praktischen Handlung. Der Griff nach einem Menschen, die Vermeidung einer Kollision oder das Anheben eines Objekts. Durch die Unterdrückung und den Abbruch von gespeicherten Handlungsabläufen lenkt der französische Choreograf, Noé Soulier, die volle Aufmerksamkeit auf die Bewegung selbst und lässt die Zuschauer_innen nur mehr erahnen, woraus diese entsprungen sind. Angesteuerte Bewegungsabläufe, von Bewegungen die nie ausgeführt werden - wie z.B. der Anlauf vor einem Sprung - machen, trotz ihrer Abwesenheit, die Intentionen des Körpers sichtbar. Interaktionen, inspiriert durch die brasilianische Kampfkunst JiuJitsu, zeigen wie die gegenseitige Bedrängung und Krafteinwirkung, Bewegung generieren kann. Noé Soulier präsentiert, in seinem neuesten Stück, eine spielerische Komposition, bestehend aus Soli und Duetten die sowohl die Möglichkeiten von kinästhetischer Empathie auslösen, als auch erforschen. Durch dieses vielfältige Bewegungsmaterial, im Spannungsfeld zwischen Philosophie und Choreografie, eröffnet Noé Soulier neue Perspektiven auf den Tanz.

KONZEPT + CHOREOGRAFIE: Noé Soulier

PERFORMANCE: Jose Paulo Dos Santos, Yumiko Funaya, Anna Massoni, Norbert Pape, Nans Pierson, Noé Soulier

MUSIK : Eric La Casa

PRODUKTION: Alma Office - Anne-Lise Gobin, Alix Sarrade & Pierre Reis
PRODUKTIONSLEITUNG: ND Productions
KOPRODUKTION: LE CND, un centre d’art pour la danse, Pantin; Festival d’Automne à Paris; Maison de la danse, Lyon; TAP, Théâtre Auditorium de Poitiers; Centre de Développement Chorégraphique Toulouse/Midi, Pyrénées; Musée de la danse; Centre chorégraphique National de Rennes et de Bretagne; PACT Zollverein, Essen; Kaaitheater, Bruxelles und Tanzquartier Wien.
MIT UNTERSTÜTZUNG VON: Direction régionale des affaires culturelles d'Île-de-France, Ministère de Culture et Communication.

Noé Soulier, geb. 1987 in Paris, studierte am Pariser Konservatorium, der National Ballet School of Canada und am P.A.R.T.S. in Brüssel. Seinen Master-Abschluss machte er in Philosophie an der Sorbonne in Paris (Paris IV). Noé Soulier untersucht in unterschiedlichen Projekten und Formaten – Choreografien, Installationen, theoretischen Essays und Performances –, wie Gesten wahrgenommen und interpretiert werden. In Movement on Movement (2013) und Signe blanc (2012) schafft er ein Spannungsfeld zwischen Diskurs und Gestik, um zu hinterfragen, wie diese Ausdrucksformen bei der Konstruktion von Bedeutung zusammenwirken.

In Little Perceptions (erster Preis des von Le Théâtre de la Ville in Paris und Le Musée de la Danse organisierten Wettbewerbs DanseÉlargie) und Corps de ballet (2014) wird die Spannung zwischen der Bewegungsintention und -ausführung des Tänzers ausgelotet, wodurch evident wird, wie der Performer an Aktion herangeht. Über diese Diskrepanzen und inneren Spannungen sollen die komplexen Beziehungen zwischen Intention, Aktion und der Artikulation von Bedeutung mittels Körper und Sprache erforscht werden. Seit September 2014 ist Noé Soulier assoziierter Künstler am Tanzkunstzentrum CND.


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