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Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Nobuyoshi Araki. Love by Leica


Nobuyoshi Araki (*1940 in Tokio) gehört unbestritten zu den radikalsten und einflussreichsten Fotografen unserer Zeit. In seinem Schaffen außerordentlich produktiv und innovativ, gilt er – auch jenseits der Fotografie – als eine der wichtigsten Figuren in der aktuellen Kunstlandschaft. Mit den 66 Fotografien der Serie Love by Leica zeigt die Leica Galerie Wien eine seiner aufregendsten Arbeiten.

Araki entwickelte mit seinen Fotografien eine einzigartige bildnerische Handschrift, eine über die japanische Kultur hinausreichende, teils poetische, teils provokante Darstellung menschlicher Leidenschaften. Für seinen charakteristischen Blick prägte er den Begriff des Foto-Ich, worunter er den fesselnden Wechsel von Fiktion, Wahrheit und Wunsch versteht.

Herzstück der Schau ist die Serie Love by Leica (2006), eine atmosphärisch dichte Sammlung von Frauenporträts und Aktaufnahmen in Schwarz-Weiß, für die Araki mit einer analogen Leica M7 arbeitete. Seine umstrittenen Akte und intimen Studien des weiblichen Körpers, in denen sich Einflüsse der erotischen Ikonografie der Edo-Periode (Friedens- und Blütezeit in Japan, 1603–1868) und der Hochglanzästhetik der Werbe- und Medienwelt erkennen lassen, machten ihn international berühmt und sind Teil eines weiten Motivkanons, mit dem der Künstler seine Welt beschreibt.

Biografie

1940 in Tokio geboren wächst Araki unweit des Kurtisanenviertels Yoshiwara im Kleine-Leute-Quartier Minowa auf, das er später als »Gebärmutter« seiner Arbeit bezeichnet. Als er zwölf Jahre alt ist, schenkt ihm sein Vater eine Kamera. Seither fotografiert Araki wie ein Getriebener, mit einem umfangreichen Set an Leicas, Polaroid- und Kompaktkameras ausgerüstet, die Stadt Tokio in all ihren Facetten - und immer wieder Frauen.

Nach einem Studium Fotografie und Film an der Chiba Universität arbeitet Araki einige Jahre für Japans größte Werbeagentur Dentsu, die er 1972 zu Gunsten seiner künstlerischen Freiheit verlässt. Er intensiviert seine fotografischen Streifzüge durch die Straßen und Gassen der Stadt, stellt in Nudelsuppenrestaurants, Wäschereien und Bars Vergrößerungen von weiblichen Genitalien aus und verschickt gebundene Kopien der Bilder als kleine Bücher an Prominente und zufällig dem Telefonbuch entnommene Adressen.

Rund 350 Bildbände hat Araki in den letzten 40 Jahren veröffentlicht. In seinem Heimatland ist er längst ein Medienstar. Seine enorme Bekanntheit in Japan wurde, beginnend mit den 1990er Jahren, von einem steigenden internationalen Interesse begleitet. In den letzten zehn Jahren hat eine Vielzahl an Ausstellungen in Europa Arakis Werk präsentiert.


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