Pop / Rock

Nils Peter Molvaer


Der norwegische Trompeter Nils Petter Molvaer hat einen ureigenen Sound, der ebenso von skandinavischer Naturpoesie, wie von elektronischem Kalkül und nicht zuletzt von Trompetern wie Miles Davis und Jon Hassell geprägt ist.

Mit dem aktuellen Album Switch gelingt Molvaer eine optimale Balance zwischen synthetischen und organischen Klängen. Molvaer, der für seinen sehr komplexen Sound bekannt ist, klingt sehr entspannt auf diesem Album.

Mitte der achtziger Jahre machte er an der Seite der norwegischen Jazzpioniere Jon Christensen und Arild Andersen in der Band Masqualero auf sich aufmerksam, ein Jahrzehnt später schuf er mit seiner Band Khmer die Grundlage für die inzwischen typisch norwegische Symbiose aus Jazz und elektronischer Musik.

Einmal mehr hält sich der umtriebige Überzeugungstäter gleichzeitig in zwei Welten und auf mehreren Zeitebenen auf. Nebst elektronisch gefärbten Sounds, welche auf futuristische und urbane Klangwelten verweisen, finden nun auch volkstümlichere Improvisationen ihren Platz. Die Slide Guitar Sundstols nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Auffallend auch Dahlens komplexe Klanglandschaften, die die Basis für den Gesamtsound der Band bilden. Auf dieser Platte suchte er nicht so sehr nach inneren Widerständen, wie das auf früheren Alben der Fall gewesen ist. Der kompositorische Bogen, den Molvaer mit seinen Stücken schlägt, erinnert nicht zuletzt an Pink Floyd.

Wiederum in den Titeln der Songs kommt ein Tribut an Joni Mitchell zum Ausdruck. Wann immer man als Hörer in den musikalischen Prozess einsteigt, ist man sofort von der Tiefe und veränderlichen Farbenpracht dieser Welt umfangen. Da ist ein unendlich weiter Raum, der kein Entkommen duldet. Die Musik funktioniert wie eine endlose Schleife ohne Anfang und Ende. So wie sich mit diesem Album ein Kreis in Molvaers eigener musikalischer Laufbahn schließt, so beschreibt auch die Musik selbst einen in sich geschlossenen Kreis.


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