Literatur · Theater

Nicole Beutler & Bernhard Schir: Dekadenz und Doppelmoral


Nicole Beutler und Bernhard Schir geben Einblicke ins Lebensgefühl der Jahrhundertwende.

Raoul Auernheimers Dialoge „Die mondäne Frau“ und „Wiener Klatsch“ geben Auskunft über das Liebesleben der Frauen in dieser Epoche, in „Weihnachtseinkäufe“ von Arthur Schnitzler lernt man einen Wiener Lebemann kennen. Dazu wird Musik aus Wien gespielt – von Franz Bartolomey am Cello und Christoph Traxler am Klavier. Ein Abend, der die gesellschaftlichen Typen der Zeit karikiert und die Doppelmoral entlarvt.

Schriftsteller Raoul Auernheimer gehörte zum Dichterkreis „Jung-Wien“ und war mit Schnitzler, Bahr und Hofmannsthal eng befreundet. Er zählte nicht nur zu den wichtigen Stimmen im Literaturbetrieb der 1920er-Jahre, in seinen gesellschaftspolitisch aufschlussreichen Erzählungen gibt er Einblicke in die Welt des Fin de Siècle. In „Eine mondäne Frau“ und „Wiener Klatsch“ betrügen die Frauen mit größter Selbstverständlichkeit ihre Männer. In Schnitzlers Einakter-Zyklus „Anatol“ liebt und leidet der Titelheld als liebeskranker Wiener Lebemann, der trotz flüchtiger Vergnügungen als „Melancholiker der Liebe“ nur existenzielle Langeweile empfindet.


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