Vortrag

Neue Spielräume – Diktat aus Berlin und Brüssel?


Vortragende: Johanna Jaufer

Fünf Jahre nachdem die damalige griechische Regierung am 3. Mai 2010 das erste „Memorandum of Unterstanding“ unterzeichnet, womit internationale und EU-Geldgeber den Staatsbankrott abwenden, sind weite Teile der Bevölkerung verarmt: 300.000 Haushalte haben keinen Strom, jedeR Dritte lebt ohne Krankenversicherung und 60 Prozent der Jungen unter 25 sind arbeitslos. Chancenlosigkeit und Depression im sprichwörtlichen Sinn prägen den Alltag im 11-Millionen-Einwohner-Land am südlichen Rand der Europäischen Union: Doppelt so viele Menschen wie vor Ausbruch der Krise erkranken an schweren Depressionen, die Zahl der Suizide ist fast um die Hälfte angestiegen. Ob die Einigung der Griechischen Regierung mit den der Troika vom 13. Juli an dieser Entwicklung etwas ändern wird, bleibt angesichts der Multiplen Krise, in der sich Griechenland und die Europäische Union befindet fraglich. Stattdessen wird diese Einigung in Griechenland von vielen als Diktat und Einschränkung der Souveränität des Landes durch eine von Deutschland kontrollierte EU wahrgenommen.

Johanna Jaufer, die sich als Radio- und Online-Journalistin bei FM4 und Ö1 intensiv mit Griechenland beschäftigt hat und auch mehrmals mit hochrangigen Regierungsmitgliedern, Intellektuellen und AktivistInnen sozialer Bewegungen Interviews führte, wird über Hintergründe und aktuelle Entwicklungen der Krise berichten.


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