World Music

Nelson da Rabeca & Dona Benedita


Die Rabeca ist ein Nachfahre der mittelalterlichen Fiedel namens Rebec. Von den europäischen Kolonisatoren nach Brasilien mitgebracht, wurde sie hier zu einem der bedeutendsten Instrumente des Nordeste, etwa für den ursprünglichen Musik- und Tanzstil Forró. Nelson hat einige Rabecas selbst gebaut, aus einem großen Stück Baumstamm herausgesägt, geschnitten und geschnitzt. Nicht zufällig lautet der Titel einer seiner Schallplatten “Segredo Das árvores”, also “Geheimnis der Bäume”.

Alagoas liegt im äußersten Osten Brasiliens. Aus diesem Bundesstaat, einem der kleinsten des Landes, kommt einer seiner größten Traditionshüter: Geboren am 12. März 1929, ist er einer der ältesten Rabeca-Spieler der Welt; aber Alter und Erfahrung machen nur einen Teil des Genies von Nelson da Rabeca aus.

Das Faszinosum seiner Kunst liegt in der Schlichtheit der Melodien, dem unbeirrbaren Rhythmus und der Harmonik, die manchmal irgendwo zwischen Dur und Moll zu balancieren scheint. Wenn Nelson einmal zu spielen anfängt, hört er erst wieder auf, wenn alle verzaubert sind. Dabei hat Nelson dos Santos die Rabeca erst mit 54 Jahren für sich entdeckt und sich hinfort nach ihr benannt. Mit 74, nachdem er sein ganzes Leben auf Zuckerrohrplantagen gearbeitet hatte, wandte er sich ganz der Musik zu.

In Brasilien ist er ein landesweit beliebter Musiker, der auch in populären TV-Shows wie jener von Jô Soares Applausstürme erhielt.

Nach Krems kommt Nelson natürlich mit Dona Benedita, mit der er seit 1948 verheiratet ist und die ihm singend zur Seite steht.


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