Klassik

Neeme Järvi & Sinfonieorchester Estland


Bruckners Sinfonien IV

Mit der 4. Sinfonie, die Bruckner selbst als „Romantische“ bezeichnete, erreicht das zuweilen labyrinthisch anmutende Geflecht unterschiedlicher Fassungen seinen Höhepunkt: 1874 komponiert, überarbeitete er das Werk zwischen 1878 und 1880, wofür zunächst das sogenannte „Volksfest“- Finale entstand, welches nur wenig später durch einen neuen Schlusssatz ersetzt wurde. Einschließlich der abermaligen Revision im Jahre 1888 existieren somit drei eigenständige Fassungen und insgesamt vier Versionen des Finalsatzes.

Die nicht nur das „Volksfest“-Finale durchziehenden Elemente des Volkstümlichen als Ausdruck eines romantischen Patriotismus, mit denen Bruckner ländliche Idylle ebenso wie Jagd und „Feiertagsgeselligkeit“ in Töne kleidete, entwuchsen dabei demselben Nährboden wie die für das 19. Jahrhundert so charakteristischen Männergesangvereine, denen der Komponist sich – ehemals Mitglied und Dirigent der Linzer Liedertafel „Frohsinn“ – tief verbunden fühlte. In dieser Tradition steht auch der sinfonische Chor Helgoland, den Bruckner 1893 während der Arbeit an seiner 9. Sinfonie zum 50-jährigen Jubiläum des Wiener Männergesang-Vereins komponierte und dessen Aufführung durch den einzigen professionellen Vollzeitmännerchor der Welt eine hörenswerte Seltenheit darstellt.


Vergangene Termine