Tanz

Nederlands Dans Theater II


Es ist die Vollkommenheit, die diese Tanzkompanie ausstrahlt, die sie so unverwechselbar macht. Es ist die Perfektion, die nicht gekünstelt ist, sondern eine natürliche Anmut vermittelt. Die ausgewählten Choreografien zeigen die Weite des Repertoires dieser Kompanie.

Einem auch nur halbwegs tanzinteressierten Publikum das Nederlands Dans Theater vorstellen zu wollen, ist wie das sprichwörtliche “Eulen-nach-Athen-Tragen”, zählt das Ensemble doch zu den weltweit führenden im Bereich des zeitgenössischen Tanzes. Auch seine Jugendabteilung ist mittlerweile fest etabliert. 1978 noch unter dem Namen “De Springplank” (Das Sprungbrett) gegründet, steht heute der schlichte Name NDT 2 dafür, dass es eben nicht nur eine Talentschmiede ist, sondern auch eine eigenständige Kompanie mit eigenem Repertoire und eigenem Charakter. Das Programm des Abends bilden drei Choreografien von jeweils ca. 20 Minuten: Zu Beginn steht das Stück von Marco Goecke, das erst am 30. März 2017 seine Premiere feiert. Das Mittelstück des Abends, Handman, wird zur Musik von Piano and Drums (Komposition: Milko Lazar) vom rumänischen Choreografen Edward Clug inszeniert. Zum Rhythmus der Musik entwickelt Clug eine Choreografie von flüchtigen Begegnungen zwischen Menschen, wie auf einer Straße: Sie treffen sich, halten inne und verlieren sich wieder. SH-BOOM!, eine Arbeit des renommierten Choreografen-Duos León & Lightfoot, ist eine Persiflage auf Show-Elemente, wie sie zwischen 1920 und 1950 im Entertainment beliebt waren. Die Herren in Feinripp-Unterwäsche nebst weißen Kniestrümpfen, die Damen in schwarzen, wadenlangen Kleidern. Zu altbekannten Schlagern aus diversen Ländern entfaltet sich ein temporeiches Spiel zwischen Trampeligkeit, Frivolität und Unterhaltungseffekten. SH-BOOM! gibt sich an der Oberfläche als Lustigmacher. Darunter jedoch wirkt jene Bitterkeit, in die das Show-Business seine kalauernden Helden treibt. Vor allem aber lebt diese so leichtgewichtig daherkommende Choreografie vom Esprit einer unglaublichen Dichte tänzerischer Höchstanforderungen im Kleinen.


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