Klassik

National Symphony Orchestra Washington


Zu Beginn dieser Saison setzte Christoph Eschenbach im Wiener Konzerthaus am Pult der Wiener Philharmoniker wesentliche Akzente – nicht nur mit einem langfristig geplanten Abonnementkonzert, sondern auch mit einem sehr kurzfristig anberaumten Benefizkonzert zugunsten der derzeit so bitter nötigen Flüchtlingshilfe. Dass er sich im September so spontan in den Dienst der guten Sache stellte, verdankte sich nicht zuletzt der Tatsache, dass sein Künstlertum mit seiner eigenen Fluchterfahrung ursächlich verknüpft ist: Als er am Ende des Zweiten Weltkriegs als verwaistes Flüchtlingskind aus Schlesien nach Westdeutschland gelangte, war er so stark traumatisiert, dass er vollkommen verstummte. Die Musik aber war es, die ihm dann den Weg zurück in ein normales Leben ebnete. Seither hat Eschenbach eine sich stetig entwickelnde Karriere als Pianist und Dirigent durchlaufen – in Europa und im Fernen Osten, vor allem aber in den USA, jenem Land, das den Mehrwert, den Immigration mit sich bringt, immer schon eher zu schätzen wusste als die Alte Welt. Ein Immigrant aus den Niederlanden war es auch, der 1931 – auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise und während in Europa der Faschismus erstarkte – in Washington das National Symphony Orchestra gegründet hat, an dessen Spitze Eschenbach seit 2010 steht und mit dem er im Februar ins Wiener Konzerthaus zurückkehrt. Das Programm, das Orchester und Dirigent dabei präsentieren, schlägt eine Brücke von der Alten zur Neuen Welt: Es reicht vom populären Klavierkonzert des Norwegers Grieg – Solist ist der von Eschenbach schon früh geförderte chinesische Weltstar Lang Lang – über jenes Klavierquartett von Brahms, das der Wiener Schönberg im amerikanischen Exil für Orchester bearbeitet hat, bis hin zu einem Werk des erfolgreichen amerikanischen Komponisten Christopher Rouse.

Programm:

Christopher Rouse
Phaethon (1986)

Edvard Grieg
Konzert für Klavier und Orchester a-moll op. 16 (1868)






Johannes Brahms
Klavierquartett Nr. 1 g-moll op. 25 (Bearbeitung für Orchester: Arnold Schönberg) (1857-1961/1937)


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