Kunstausstellung

Mythos Schönheit. Facetten des Schönen in Natur, Kunst und Gesellschaft


Die große Sonderausstellung im Schlossmuseum Linz erzählt von Natur- und Kunstschönheit, von Anmut und Würde, aber ebenso von Macht und Misstrauen.

Es ist die wohl älteste „Casting-Show“ der Welt: das aus der griechischen Mythologie überlieferte „Urteil des Paris“. Angestachelt von Eris, der Göttin der Zwietracht, wetteifern die Göttinnen Athene, Aphrodite und Hera darum, wer die Schönste sei. Der Wettstreit um den buchstäblichen Zankapfel droht zu eskalieren, bis schließlich Paris als Schlichter eingesetzt wird. Hera verspricht ihm Herrschaft über die Welt. Athene versucht ihn mit Weisheit zu umgarnen. Aphrodite stellt ihm die Liebe der Helena, der schönsten sterblichen Frau der Welt, in Aussicht. Kraft seines Urteils entscheidet sich Paris für Aphrodite und die Liebe der schönen Helena. Der Rest ist Geschichte. Oder Mythos?

Das Oberösterreichische Landesmuseum wird dem „Mythos Schönheit“ nachgehen. Die große Sonderausstellung im Schlossmuseum Linz erzählt von Natur- und Kunstschönheit, von Anmut und Würde, aber ebenso von Macht und Misstrauen. Die Schönheit hat eben viele Facetten – ob man ihr nun in der Natur oder Kunst, in der Kultur oder inmitten der Gesellschaft begegnet. Was aber ist Schönheit? Ein objektives Werturteil oder eine subjektive Empfindung? Wer definiert, was schön ist? An welchen Schönheitsidealen orientieren wir uns? Ist Schönheit naturgegeben oder eine gesellschaftliche Konvention, die sich kontinuierlich verändert?

Die Sonderausstellung „Mythos Schönheit“ geht diesen vielfältigen Fragen nach. Und sie gibt darauf ebenso unterschiedliche Antworten. Über allem schwebt der goldene Apfel, um den Athene, Aphrodite und Hera wetteifern. Die Göttinnen selbst stehen sozusagen wie Torwächterinnen über den drei Themenbereichen der Ausstellung: hier die Wissenschaft und vermeintlich objektive Kriterien der Schönheit (Athene); dort die emotionale und durchaus subjektive Kraft des Schönen (Aphrodite); dazwischen die Herrlichkeit und Herrschaft des Schönen und deren gesellschaftliche Normen (Hera).

Alle Bereiche und die gesamte Ausstellung werden aus den natur-, kultur- und kunstwissenschaftlichen Sammlungen des Oberösterreichischen Landesmuseums bespielt. Unter den Exponaten befinden sich alte Bekannte und auch einige Überraschungsgäste sowie eine Reihe bedeutender Leihgaben. Sie spannen einen großartigen kultur- und epochenübergreifenden Bogen – von der Antike bis in die Gegenwart, vom Bauplan der Natur über den Goldenen Schnitt bis zur den Schönheitsidealen des 19. Jahrhunderts, von der einzigartigen Maria Aegyptiaca bis zu Conchita Wurst.


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