Theater

My Life as a Terrorist


Nicht zuletzt auf Grund der erschütternden Geschehnisse in Europa in den letzten Wochen kehrt das dokumentarische Stück „My Life As A Terrorist“ wieder zurück auf die Bühne des WERK X. Es erzählt die Geschichte des Terroristen Hans-Joachim Klein, Beteiligter am Überfall auf den Sitz der OPEC in Wien 1975.

Frankfurt in den 60er Jahren: Gemeinsam mit seinen Weggefährten Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit übte auch der Schlosser Hans-Joachim Klein in der „Putzgruppe“ für den bewaffneten Kampf gegen das „Schweinesystem“. Seine Kampfgenossen schlossen schnell Frieden mit dem vormals so verachtenswerten System. Klein hingegen machte Ernst: Am 21. Dezember 1975 stürmten sechs Terroristen gewaltsam den Konferenzraum der OPEC-Zentrale in Wien und konnten etwa 62 Personen in ihre Gewalt bringen, darunter alle elf Minister der OPEC-Staaten sowie weitere Delegationsmitglieder und deren Mitarbeiter. Drei Menschen starben, die Terroristen entkamen nach Algerien. 23 Jahre später stellte sich der bis dahin untergetauchte Hans-Joachim Klein freiwillig der Polizei. Nach einem spektakulären Prozess verbrachte er fünf Jahre in den Hochsicherheitsgefängnissen von Frankfurt und Stuttgart. Seit 2003 lebt er in Freiheit in der Normandie.​

Die Uraufführung fand 2007 in Wien statt. 2011 lief die Produktion dann im Repertoire des Thalia Theaters in Hamburg – hierbei schlüpfte mit Tom Buhrow erstmals ein Journalist in die Rolle des Interviewers. 2013 wurde „My Life As A Terrorist“ ans Münchner Residenztheater eingeladen. Für die Premiere am WERK X konnte nun mit Hanno Settele einer der profiliertesten ORF-Journalisten für das Projekt gewonnen werden.

Als Journalist steht Settele dem Schauspieler Alexander Simon gegenüber, arbeitet sich an ihm ab und versucht, die „Rückkehr in die Menschlichkeit“ in der Geschichte des Terroristen Hans-Joachim Kleins nachzuvollziehen. Aus der Dokumentarfilm-Dramaturgie mit historischen Schauplatzbesuchen wird in der Inszenierung von Ali M. Abdullah ein Reenactment, ein Liveinterview, das der Frage nachgeht, wie Klein zum Spielball politischer Mächte wurde, ohne jemals die Hintergründe zu durchschauen.

Nach einem Film von Alexander Oey

Inszenierung: Ali M. Abdullah
Bühne: Erich Sperger
Kostüme: Dagmar Bald
Dramaturgie: Wolfgang Stahl

Mit: Hanno Settele, Alexander Simon


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