Vortrag

Muss in jedem Film gesungen werden?


Seit der Etablierung des Lichttonverfahrens Anfang der 1930er Jahre war die Filmindustrie darum bemüht, Lieder von der Populärmusik bis hin zu Operette und Oper auf die Leinwand zu bringen. Erste Versuche dazu hatte es bereits während der Stummfilmzeit gegeben. Die Musik sollte dabei nicht bloß untermalend, sondern als bestimmendes Mittel in Filmen eingesetzt werden, das bei Bedarf auch vor die Handlung gesetzt werden konnte.

Operetten- und Schlagerkomponisten begannen für das neue Medium zu arbeiten, Opernsänger wie Richard Tauber oder Jan Kiepura wurden zu Leinwandstars. Der Siegeszug des Tonfilms stieß auf Begeisterung, aber auch auf Ablehnung. Manche fürchteten, die kunstvolle Bildsprache des Stummfilms werde durch den inflationären Einsatz von Ton und Musik verschwinden. Schauspielkarrieren zerbrachen, viele Filmschaffende, darunter Charlie Chaplin, weigerten sich lange Zeit, für den Tonfilme zu arbeiten. Gleichzeitig entstanden frühe Meisterwerke musikalischer Unterhaltungskultur.

In "Muss in jedem Film gesungen werden?" wird eine Zeitreise unternommen, in der das Publikum aus einer Zeit der tonalen Reizüberflutung in eine Epoche zurückgeführt wird, in der die Entwicklung von Stumm- zum Tonfilm unsere Hörgewohnheiten für immer veränderte.
Programm

Begrüßung
Wolfgang Stanicek, Kurator der Ausstellung
Vortrag
Günter Krenn, Filmhistoriker


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