Klassik

Musikalische Stimmungsbilder Tschechisch-deutschsprachiger Komponisten


Im Jahr der tschechischen Musik 2014 würdigen die beteiligten tschechischen Künstler durch das Konzertprojekt zwei Musiker, deren kompositorisches Schaffen durch die politischen Umbrüche, Auseinandersetzungen und Verbrechen des 20. Jahrhunderts abgebrochen wurde oder in Vergessenheit geraten ist.

Sowohl Erwin Schulhoff (1894-1942) als auch Josef Bohuslav Foerster (1859-1951) sind in Prag geboren und zweisprachig aufgewachsen. Beide waren politische Grenzgänger zwischen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und dem Deutschen Kaiserreich, bzw. nach 1918 zwischen Tschechoslowakischer Republik, Weimarer Republik und der Republik Österreich. Sie waren Kulturmittler zwischen der deutschsprachigen und der tschechisch-sprachigen Gesellschaft, zwischen Tschechen, Österreichern, Deutschen und Juden und haben den europäischen Gedanken in einer Zeit antizipiert, in der nationalistische Bewegungen immer aggressiver auftraten. Schulhoff musste diese Entwicklung schließlich als deutsch-tschechischer Jude 1942 im Internierungslager Wülzburg mit dem Leben bezahlen.

Zur Besonderheit des Konzertes, in dem Lieder auf deutschsprachige Texte erklingen werden, gehört die Uraufführung der szenischen Musik "Der Tor und der Tod" von J. B. Foerster, basierend auf dem gleichnamigen lyrischen Dramolett von Hugo von Hofmannsthal.

Mitwirkende:

PhDr. Vlasta Reittererová, Einleitung "Zur literarischen Inspiration in der Musik"

Zdenka Procházková-Hartmann, Rezitation/ Olga Cerná, Gesang/ Jana Vonášková-Nováková, Violine/ Daniel Wiesner, Klavier

Eintrittspreis 15,- €/ StudentInnen und Vereinsmitglieder 12,- €


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