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World Music · Volxmusik / Neue Volksmusik · Klassik

Musicbanda Franui


Sie trafen erstmals im Wiener Konzerthaus, 2015 beim «Gemischten Satz» aufeinander. Schon damals spürten Florian Boesch und die Musicbanda Franui einen gemeinsamen, abendfüllenden Liederabend entstehen. Jetzt ist es soweit – und alles ist gut.

Denn der Wiener Bassbariton machte von Anfang an deutlich, dass er Lieder eines fahrenden Gesellen von Gustav Mahler in Franuis Klang und Stil singen will. «Da wusst’ ich nicht, wie das Leben tut, / war alles, alles wieder gut!» heißt es im letzten Gesellenlied «Die zwei blauen Augen von meinem Schatz». Was gibt es Schöneres, als dem anderen letztlich sagen zu können: «Alles wieder gut.»

Das Motto für den Liederabend stand fest – und damit auch «das Franuische Gesetz, dass sich alles zwischen Freud und Leid abspielt, zwischen Tanzboden und Friedhof», so Andreas Schett von Franui. Gemeinsam mit Markus Kraler wird Schett wieder Lieder von Schubert und Schumann bis Brahms und Mahler neudeuten und die immerwährende romantische Sehnsucht in das 21. Jahrhundert weiterkomponieren: «Wir sehnen uns nach Hause und wissen nicht, wohin.» Auch darin gibt es eine vollständige Übereinstimmung mit Boesch, der gerne etwas mehr und anders singen will, als es in den Noten steht – nämlich die Stimmungen und Töne zwischen den Notenzeilen. Da führen romantische Lieder wie «Wehmut», «Du bist die Ruh», «Über die Heide», «Litanei auf das Fest Aller Seelen» in neue Tiefen.

Ganz am Ende aber, da wechselt Boesch das Stimmfach und Franui mit ihm die Epoche. Der Bassbariton möchte einmal unbedingt in die Rolle einer Barockopernheroine schlüpfen. Der absteigende barocke Lamento-Bass, der Dido am Ende von Purcells Oper in das Schattenreich geleitet, wird diesmal von der ungewöhnlichen, aber todsicher passenden Instrumentenkombination Hackbrett-Bassklarinette-Bassgeige-Tuba gespielt. Ein typischer Klang eben aus der trauerfarbenreichen Franui-Palette zum schweren Abschied von dieser Welt: «Remember me» singt die karthagische Königin, und wird Boesch dem untreuen Helden Aeneas für alle Zeiten und für alle verlassenen Liebenden nachsingen.

Zum Raum werden in diesem Liederabend die Freud und das Leid. Die Musiker agieren den ganzen Abend hindurch vor einem Raumbild des schwedischen Künstlers Jonas Dahlberg. Das Publikum findet in diesem «Bühnenbild» einen vertrauten Raum, der aber langsam vergeht: ein unmerklich zerfallendes Schlafzimmer als Gleichnis der Vergänglichkeit, parallel zum unendlichen Sehnsuchtston der Musik.

Musicbanda Franui:

Johannes Eder, Klarinette, Bassklarinette
Andreas Fuetsch, Tuba
Romed Hopfgartner, Altsaxophon, Klarinette
Markus Kraler, Kontrabass, Akkordeon
Angelika Rainer, Harfe, Zither, Gesang
Bettina Rainer, Hackbrett, Gesang
Markus Rainer, Trompete, Gesang
Martin Senfter, Ventilposaune, Gesang
Nikolai Tunkowitsch, Violine
Andreas Schett, Trompete, Gesang, Leitung
Florian Boesch, Bassbariton
Jonas Dahlberg, Bühne, Video

PROGRAMM:

«Alles wieder gut»
Liederabend mit einem vergänglichen Bühnenbild von Jonas Dahlberg
Kompositionen und Bearbeitungen von Markus Kraler und Andreas Schett nach Franz Schubert, Robert Schumann, Gustav Mahler u. a. (UA)


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