Volxmusik / Neue Volksmusik · Diverse Musik

Musicbanda Franui


Das Spezielle am Festival «Gemischter Satz» im Wiener Konzerthaus ist die Umverteilung von Respekt und Tradition. An den Abenden des 13. und 14. Mai findet ein auf den ersten Blick unübersichtliches Neben- und Durcheinander von Musik, Literatur und Kunst statt.

Am erstem Abend (Aufwärmphase) im Mozart-Saal, am zweiten Abend (Vollbeschäftigung) in sämtlichen Sälen und Gängen des Hauses. Mit Weinbegleitung.

Wie der Titel «Gemischter Satz» vorwegnimmt, ist das Programm nicht, wie man das von der klassischen Konzertdramaturgie kennt, aus kompletten Werken zusammengestellt, sondern aus einzelnen Sätzen, die mit artfremden Stücken und Ausflügen in die Literatur zu einem neuen Ganzen montiert werden. Große Namen der klassischen Musik wie der Bassbariton Florian Boesch, der Pianist Andreas Haefliger, das finnische Streichquartett Meta4 oder die Viola-Virtuosin Daniela Ivanova interpretieren einzelne Sätze ihres klassischen Repertoires und lassen dieses auf ungewohntem Terrain neue Beziehungen pflegen.

Denn auf der Bühne befinden sich gleichzeitig (in sich stetig verändernder Konfiguration) Musikerinnen und Musiker ganz anderer Stilausrichtungen: die Neuen Wiener Concert Schrammeln, der Trompeter Martin Eberle, das Großmütterchen Hatz Salon Orkestar u. v. a.
Die Musicbanda Franui im Zentrum des Festivals nimmt etwa Florian Boesch mit vollem Blech in Empfang, schließt hart an dessen Sanftheiten an, kultiviert das Gegensätzliche so selbstbewusst, bis es zum Gemeinsamen wird. Die grenzerfahrungserprobte Akkordeonistin Vinum, Ars & Veritas Gemischter Satz Die Musicbanda Franui lädt erneut zum kultivierten Flanieren und Weinbeißen ins Wiener Konzerthaus! Viviane Chassot tritt ausufernd in Dialog mit Daniela Ivanova an der Viola, und wenn es still wird, erfüllt plötzlich die Stimme der Schauspielerin Dörte Lyssewski den Raum, bevor Antti Tikkanen & Minna Pensola auf der Geige loslegen.
Die fruchtbare Kollision ist Programm.

Umverteilung von Respekt und Traditionen. Schon bei der ersten Auflage des Festivals im Frühjahr 2015 war es ein Erlebnis, den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern dabei zuzusehen, mit welcher Begeisterung sie das Geschehen auf der jeweils anderen Seite der Bühne wahrnahmen; mit welch herzlichem Respekt die Klassiker den Volksmusikanten, Groovemeistern und Schauspielern zusahen; mit welcher Selbstverständlichkeit die Grenzen zwischen Genres, Gewohnheiten und Routine sich auflösten und Qualitäten in Bewegung kamen.

Der «Gemischte Satz» bringt auch das Publikum in Bewegung. Es wandert am Samstagabend durch alle Säle des Hauses, um allerorten mit neuen Grenzerfahrungen konfrontiert zu werden. Die Säle bekommen mit spektakulären Skulpturen und Interventionen des Künstlers Constantin Luser rauschhaft neue Deutungen hinzugefügt, so wie die Gänge und Foyers, die spontan zur Bühne werden – was natürlich eine weitere Dimension des «Gemischten Satzes» erschließt: Es wird auch Wein ausgeschenkt, und überschwängliche Grenzerfahrungen befeuern auch den Vortrag der großen Schauspieler Peter Simonischek und Karl Markovics, die Dörte Lyssewski zur Seite stehen, wenn sie quer durch die Literaturen den Rausch und die Abschweifung zelebrieren.
Jeder Teil des Festival gerät buchstäblich zum Fest.
Respekt und Tradition erobern den Rausch.
Und umgekehrt.

Interpreten:

Musicbanda Franui

Johannes Eder, Klarinette, Bassklarinette

Andreas Fuetsch, Tuba

Romed Hopfgartner, Altsaxophon, Klarinette

Markus Kraler, Kontrabass, Akkordeon

Angelika Rainer, Harfe, Zither, Gesang

Bettina Rainer, Hackbrett, Gesang

Markus Rainer, Trompete, Gesang

Martin Senfter, Ventilposaune, Gesang

Nikolai Tunkowitsch, Violine

Andreas Schett, Trompete, Gesang, Leitung

Florian Boesch, Bassbariton

Andreas Haefliger, Klavier

Viviane Chassot, Akkordeon

BartolomeyBittmann

Matthias Bartolomey, Violoncello

Klemens Bittmann, Violine, Mandola

Daniela Ivanova, Viola

Antti Tikkanen, Violine

Minna Pensola, Violine

Company of Music

Dörte Lyssewski, Lesung

Constantin Luser, Bühnenbild


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