Alte Musik · Klassik

Montforter Zwischentöne: . Punkt!


Zu den »Montforter Zwischentönen« bringt Jordi Savall in Resonanz auf unseren Sommerschwerpunkt »streiten – Zum Glück Konflikt?!«, das Glück der schönsten Kompositionen der Kontrapunkt-Technik mit. Werke von Johann Sebastian Bach, Orlando di Lasso, Samuel Scheidt, John Dowland, Matthew Locke, Alfonso Ferrabosco, Biagio Marini, Henry Purcell und anderen.

Wo der heute 74-jährige Jordi Savall auftaucht, sind die Konzertsäle voll. Folkert Uhde arbeitet seit vielen Jahren mit dem Virtuosen und Forscher zusammen, er erzählt: »Jordi Savall ist wahrscheinlich der charismatischste Künstler in der Welt Alter Musik. Viele wunderbare Musiker des Mittelalters und der Renaissance, die wir heute ganz selbstverständlich hören, sind von ihm nach Jahrhunderten aus der Vergessenheit befreit und wieder aufgeführt worden. Je älter er wird, desto mehr fesselt er mit seiner außergewöhnlichen Aura sein Publikum. Was mich besonders beeindruckt ist, dass er trotz seiner Beschäftigung mit diesen historischen Werken immer ein engagierter, politischer Künstler unserer Zeit geblieben ist. Der Katalane Jordi Savall ist besonders berührt von der alten Kultur des Mittelmeerraums und hat sich aus dieser Faszination heraus aktiv für den heutigen Ost-West-Dialog eingesetzt. Damals spielten das Wissen und die Kunst arabischer, jüdischer und christlicher Gesellschaften zusammen und brachten in einzigartigen Kooperationen Musik von berückender Schönheit hervor. Auch sein eigenes Instrument, die Gambe, und auch die Laute stammen aus dem arabischen Kulturkreis. Und wenn er Sätze sagt wie: ‚Ich bin völlig überzeugt von der Kraft der Musik. Wenn Schönheit, Spiritualität und Kommunikation zusammenkommen, kann Musik die Menschen verändern’, dann glaubt man ihm und erlebt das an diesen Abenden mit ihm immer wieder.«

Zu den »Montforter Zwischentönen« bringt er in Resonanz auf unseren Sommerschwerpunkt »streiten – Zum Glück Konflikt?!«, das Glück der schönsten Kompositionen der Kontrapunkt-Technik mit. Werke von Johann Sebastian Bach, Orlando di Lasso, Samuel Scheidt, John Dowland, Matthew Locke, Alfonso Ferrabosco, Biagio Marini, Henry Purcell und anderen.

Der Kontrapunkt
(von lat. punctus contra punctum = Note gegen Note) ist die wichtigste Kompositionstechnik der Renaissance und des Barock. Virtuose musikalische Streitgespräche, ganz wie im Leben: Mit Melodien als Argumenten, sich wiederholenden Themen als variierten Meinungen, hartnäckigen instrumentalen Widersprüchen und harmonischen Versöhnungen. Höhepunkt dieser musikalischen Form ist wohl Bachs »Kunst der Fuge«, das größte und komplizierteste Werk dieser Gattung, mit dem Savall und sein Ensemble den Abend abschließen werden.

Apropos Ensemble: Die Besetzung von Hespèrion XXI ist ein Ereignis für sich. Für dieses Kontrapunkt-Projekt versammelte er Meistersolisten um sich, die normalerweise eigene Formationen führen. Viele davon ehemalige Schüler des Meisters.

Hespèrion XXI
Jordi Savall, Sergi Casademunt, Viola da Gamba
Philippe Pierlot, Viol
Christophe Coin, Lorenz Duftschmid, Bass Viola da Gamba
Xavier Puertas, Violine


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