Theater

Momo


Michael Endes vielfach ausgezeichneter Roman wirbt für die Kraft der Muße, die definitionsgemäß nichts anderes ist als die »Zeit, die eine Person nach eigenem Wunsch nutzen kann«.

Momo
von Michael Ende
in einer Fassung des Theaters der Jugend für Kinder ab 6 Jahren.

Wer ist dieses seltsame Mädchen, das im alten, verfallenen Amphitheater sitzt, vor sich hin lächelt und offensichtlich die beste Zuhörerin der Welt ist?
Warum fühlt man sich wie verwandelt, wenn man mit ihr gesprochen hat? Gescheiter, glücklicher, irgendwie gelöst? Wäre sie mit ihrem Lockenkopf und ihrem Lächeln nicht so unglaublich sympathisch, dann könnte einem fast unheimlich werden vor Freude, dass sie da ist.
Momo scheint vom Himmel gefallen zu sein, und alle Bewohner der kleinen namenlosen Stadt im Süden – Nino, der Wirt, seine Frau, Beppo Straßenkehrer, Gigi Fremdenführer und wie sie alle heißen – sind wie verwandelt, denn Momo schenkt ihnen Zeit.

Doch ein dunkler Schatten legt sich über die scheinbare Idylle. Graue Herren erscheinen plötzlich im Ort und beginnen den Menschen vorzurechnen, wieviel Zeit sie sparen könnten, wenn sie angeblich nutzlose Tätigkeiten ganz einfach aus ihrem Leben streichen. Immer gehetzter werden die Tage, es gibt weder Pausen noch Vergnügen. Besonders die Kinder leiden darunter, denn sie werden seit Neuestem in sogenannten Depots verwahrt, wo sie »Nützliches« für das Leben lernen sollen …
Nur das Geheimnis um Meister Hora, dem »Hüter der Zeit und der Stundenblumen«, kann diese freudlose Welt noch bannen. Wird es Momo gemeinsam mit ihrer neuen Gefährtin Kassiopeia gelingen, ihre Freunde vom Wahnsinn des Zeitsparens zu befreien?

Michael Endes vielfach ausgezeichneter Roman wirbt für die Kraft der Muße, die definitionsgemäß nichts anderes ist als die »Zeit, die eine Person nach eigenem Wunsch nutzen kann«. Dass wir dieser bereits verlustig gegangen sind, in einer »Wüste der Ordnung« leben, ortet Ende kritisch in unserem Geldsystem, mit dessen Problemen er sich zeitlebens auseinandergesetzt hat. Schon vor über 40 Jahren schrieb er: »In den alten Kulturstätten der Welt stand im Mittelpunkt der Tempel, die Kirche oder der Dom. Von dort ging die Ordnung des Lebens aus. Heute steht im Mittelpunkt jeder Großstadt das Bankgebäude.«


Vergangene Termine