Theater

Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs



Mit "Mitleid" wird eines der aufsehenerregendsten politischen Theaterstücke der letzten Jahre nachgespielt. In der Regie von Max-Reinhardt-Absolvent Alexandru Weinberger-Bara verkörpert Anja Herden beide Rollen, die mit schwarzer und die mit weißer Hautfarbe.

Österreichische Erstaufführung
Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs
von Milo Rau
Regie Alexandru Weinberger-Bara
Kooperation mit Max Reinhardt Seminar

Zwei Frauen, die wissen, wie sich ein Maschinengewehr anhört. Die eine musste erleben, wie ihre Eltern damit erschossen wurden. Die andere war Entwicklungshelferin im Kongo bis zu einem mörderischen Überfall auf ein von NGOs verwaltetes Lager. Die eine stammt aus Zentralafrika und wurde in Europa adoptiert. Die andere bezeichnet sich als nordisch und wurde Schauspielerin am Stadttheater. Der Schweizer Theatermacher, Autor und Aktivist Milo Rau schrieb den Doppel-Monolog Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs auf der Grundlage von Interviews mit NGO-Mitarbeiter/innen, Geistlichen und Kriegsopfern in Afrika und Europa. Dem zugrunde liegt die Frage nach dem Mitleid: Wie erträgt man das Elend? Was macht das Elend so attraktiv? Wie in vielen seiner international gerühmten Projekte, darunter Die Moskauer Prozesse, The Civil Wars und zuletzt Das Kongo Tribunal, schärft Milo Rau den Widerspruch zwischen Mitverantwortung und Anteilnahme an globalen Konflikten. Mit Mitleid wird eines der aufsehenerregendsten politischen Theaterstücke der letzten Jahre nachgespielt. In der Regie von Max-Reinhardt-Absolvent Alexandru Weinberger-Bara verkörpert Anja Herden beide Rollen, die mit schwarzer und die mit weißer Hautfarbe.

Das Volkstheater startet anlässlich der österreichischen Erstaufführung von Milo Raus Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs eine Kooperation mit dem Filmcasino: Der spektakuläre Dokumentarfilm Das Kongo Tribunal von Milo Rau behandelt, ebenso scharfsinnig wie der von Anja Herden gespielte Doppelmonolog Mitleid, den Kongokrieg, wenngleich von einer anderen Seite. Der Autor und Regisseur lud 2017 die zentralen Akteure und Analytiker des seit zwanzig Jahren währenden Krieges zu einem hyperrealen Volkstribunal. Die Untersuchungen zeichnen ein unverschleiertes Porträt dieses gewaltigsten Wirtschaftskriegs unserer Zeit.

Bühne und Kostüme Julia Krawczynski
Sound David Lipp
Video David Lipp, Marvin Kanas
Mitarbeit Adrienn Ruborics
Dramaturgie Roland Koberg
mit Anja Herden