Theater

Missionen der Schönheit - Holofernesmomente


Hier erzählen 8 Judits in 8 Monologen von Narben, von Töten und Selbstverstümmelung: Diese Judits sind Außenseiterinnen, Sexsymbole und personifizierte Kastrationsangst.

Missionen der Schönheit – Holofernesmomente
von Sibylle Berg.

Die biblische Judit, auf die Sibylle Berg im Untertitel konkret Bezug nimmt, verführt und tötet den feindlichen Heerführer Holofernes, um ihre Stadt zu retten.

Hier erzählen 8 Judits in 8 Monologen von Narben, von Töten und Selbstverstümmelung: Diese Judits sind Außenseiterinnen, Sexsymbole und personifizierte Kastrationsangst. Sie sind unterschiedlichen Alters und Nationalität und kennen einander nicht. Ihre Sprache changiert zwischen monströser Pragmatik und distanzierter Unterkühlung, womit die Autorin die Paradoxien des Frauenlebens in unserer Gesellschaft sarkastisch zuspitzt. Sie sind nicht nur Täterinnen, sondern auch Opfer, irritierend lebendige Gestalten, die ihre Offenheit souverän macht.

Dem Text wird hier eine Materialität gegenübergestellt, die in einem Kreislauf von Gestaltgebung und Zerstörung zu finden ist: Gips. Dieser lässt Körper in einem Spannungsfeld zwischen Konservierung, Reproduktion und Ästhetisierung entstehen. Die Zerstörung des neu geschaffenen ist immer ein Akt der Gewalt, jedoch auch eine Remobilisierung, eine Befreiung.

– Österreichische Erstaufführung
– Eine Produktion von reschen.see in Kooperation mit WERK X

Inszenierung: Julia Burger
Ausstattung: Matthias Krische
Produktionsleitung: Stephan Werner
Assistenz: Natalja Kreil

Mit: Paola Aguilera, Anna Kramer


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