Theater

Miss Sara Sampson



Mit realistischem Blick auf die menschliche Zerrissenheit untersucht Lessings Drama die Tragik einer bürgerlichen Frau im Konflikt zwischen Liebe und töchterlichem Gehorsam, zwischen Pflicht und Neigung, zwischen Emanzipation und Anpassung – und mit ihrem eigenen Begehren.

Gotthold Ephraim Lessing
Inszenierung: Tobias Wellemeyer.

Über vier Jahrzehnte bevor die Französische Revolution die Vorherrschaft des Adels in der Wirklichkeit brach, erprobte MISS SARA SAMPSON diese Revolution auf der deutschen Theaterbühne. In Lessings Trauerspiel handelten alltägliche Menschen, „Bürger“ die für ihre eigenen Handlungen verantwortlich waren. Nicht ein unabwendbares Schicksal führte sie ins Verderben, sondern ihre eigenen Entscheidungen.

Sara Sampson liebt Mellefont, der auch ihr nicht abgeneigt ist. Das Paar ist vor dem väterlichen Zorn aus London geflohen und macht Station in einem Provinzgasthof an der englischen Südküste. Dort zeigt sich: der genusssüchtige Libertin Mellefont hat bereits andere Frauen geliebt und verlassen. Er ist einer, der sich lieber amüsieren als binden möchte. Für Sara ist das unerträglich, mit Mellefont sieht sie ihre Tugend gefährdet. Seine Forderungen nach sinnlicher Liebe – vor der ersehnten Eheschließung – stürzt sie in die schrecklichsten inneren Konflikte. Aber nicht nur diese inneren Konflikte gefährden das Paar. Die ehemalige Geliebte Mellefonts, Lady Marwood, ist den Liebenden auf der Spur, sie will den Treulosen zurückgewinnen. Lessing zeigt in MISS SARA SAMPSON die Konflikte, die der Versuch die engen und starren Schranken bürgerlicher Morallehre zu durchbrechen, hervorbringt. Das Prinzip der Selbstverwirklichung, auch in der Liebe, ist nicht – noch nicht – erfüllbar.

Mit realistischem Blick auf die menschliche Zerrissenheit untersucht Lessings Drama die Tragik einer bürgerlichen Frau im Konflikt zwischen Liebe und töchterlichem Gehorsam, zwischen Pflicht und Neigung, zwischen Emanzipation und Anpassung – und mit ihrem eigenen Begehren. Uraufgeführt wurde MISS SARA SAMPSON 1755 in Frankfurt an der Oder. „Die Zuschauer haben drei und eine halbe Stunde zugehört, stille gesessen wie Statuen, und geweint“, heißt es in dem Bericht eines Zeitgenossen.

  • Fr., 07.12.2018

    19:30
  • So., 30.12.2018

    19:30
  • Sa., 12.01.2019

    19:30
  • Do., 28.02.2019

    19:30
  • Mi., 13.03.2019

    19:30