Theater

Minna von Barnhelm


Die Komödie um das beherzte Fräulein Minna von Barnhelm beginnt mit der unehrenhaften Entlassung ihres Verlobten Major von Tellheim. Der verdienstvolle Major hatte am Ende des Siebenjährigen Krieges bei der Eintreibung von Kriegskontributionen besondere Milde walten lassen und wird nun der Bestechlichkeit verdächtigt. Zutiefst beschämt, mittellos und körperlich versehrt bricht Tellheim jeglichen Kontakt zu seiner Verlobten ab. Er quartiert sich mit seinem Diener Just in einem entlegenen Landgasthof ein, um auf Nachricht von der Militärverwaltung zu warten. Doch Minna macht sich mit ihrer Kammerzofe Franziska auf die Suche nach Tellheim. Die beiden reisen durch das kriegszerstörte Land und erreichen bald selbigen Gasthof. Als Minna entdeckt, dass Tellheim bereits ihren Verlobungsring versetzt hat, weil er aus lauter Ehrgefühl sogar die finanzielle Hilfe seines Freundes Paul Werner ausschlägt, beginnt sie ihr Spiel …

Der tiefe Fall eines strahlenden Helden: Nur durch Minnas liebevolle Intrige gelingt Major von Tellheim die Rückkehr in die Normalität des Friedens. Gotthold Ephraim Lessing, der große Menschenfreund und Erneuerer des deutschen Theaters, entwarf seine bühnenwirksame Komödie 1763 am Ende des Siebenjährigen Krieges. Ihm gelang damit eine Gattungsnovität, ein Lustspiel als aktuelles Zeitstück (Botho Strauß). Die leichte Form der Verhandlung eines schwerwiegenden Problems gilt als literarische Wegmarke ebenso wie die lebensnahe Zeichnung der Figuren, in deren Zentrum eine ganz und gar moderne Frauenfigur steht.

Die junge Regisseurin Katrin Plötner, die sich u. a. mit Arbeiten am Münchner Residenztheater und am Theater Regensburg vorgestellt hat und in der letzten Spielzeit am Landestheater Niederösterreich Horace inszenierte, führt Regie. Für die Ausstattung zeichnen der Bühnenbildner Martin Miotk und die Kostümbildnerin Eugenia Leis verantwortlich. Für Tellheim und seinen treuen Freund Werner konnten Lars Wellings, der u. a. am Residenztheater München und am Staatstheater Wiesbaden engagiert war, und der bekannte TV- und Theaterschauspieler Wolf Bachofner gewonnen werden.

Der Chor 50 plus des Festspielhaus St. Pölten setzt sich zusammen aus Irma Bernauer, Helene Bichler, Gertrud Böck, Helga Diensthuber, Annemarie Egger-Wansch, Edith Fahrngruber, Eveline Fischl, Veronika Frei, Helma Fuchs, Ulrike Gassner, Erna Gruber, Silvia Gruber, Erika Jäger, Theodor Jakl, Gabriele Jöchl, Ferdinand Kickinger, Anneliese Leputsch, Renate Lobinger, Heidi Luger, Friederike Meyer, Ludmilla Mimler, Walter Poeffel, Michaela Pöller, Karl Priplata, Renate Reichel, René Reichel, Renate Seiberl, Anna Sparer, Astrid Striberny, Amanda Vollbauer, Erich Willomitzer, Renate Zieritz.

Besetzung

Major von Tellheim
Lars Wellings

Minna
Lisa Weidenmüller

Franziska
Marion Reiser

Just
Pascal Groß

Paul Werner
Wolf Bachofner

Wirt
Wojo van Brouwer

Chor
Chor 50 plus des Festspielhaus St. Pölten

Regie
Katrin Plötner


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