Theater

Minna von Barnhelm


Lessing hinterfragt mit seinem Lustspiel den rigiden Ehrbegriff seiner Zeit und führt eine der ersten selbstständig agierenden Frauengestalten auf der Bühne ein. Mit „Minna von Barnhelm” erschafft er zudem eine neue Form der Komödie, der nicht mehr Stereotypen, sondern Menschen zu Grunde liegen.

Minna ist eine mutige junge Frau, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt. Als sie erfährt, wohin es ihren Verlobten Tellheim nach Kriegsende verschlagen hat, macht sie sich auf die gefährliche Reise, ihn zu finden. Tellheim ist vernichtet aus dem Krieg zurückgekehrt: ein gebrochener Held, verwundet, entehrt. Weil man ihn wegen einer ungerechtfertigten Anschuldigung aus der Armee entlassen hat, steht er plötzlich mittellos und scheinbar ohne Lebenssinn in einer Welt, die er nicht mehr versteht. Zutiefst in seiner Ehre verletzt, bricht er den Kontakt zu seiner Verlobten Minna von Barnhelm ab, deren Liebe er sich als sozialer „Krüppel” nicht mehr würdig fühlt.

Sein Zimmerwirt „degradiert” ihn zusätzlich. Er quartiert ihn in ein schäbiges Zimmer um, als er einen zahlungsfähigeren Gast wittert. Der neue Gast ist eine wohl situierte Dame, hinter der sich niemand anderer verbirgt als Minna von Barnhelm auf der Suche nach ihrem geliebten Bräutigam.

Doch gefunden ist noch nicht wieder gewonnen: Tellheims seelische Verletzung und sein gebrochener Stolz fordern von Minna Nachdrücklichkeit, Einfallsreichtum, List und Humor. So holt die junge, selbstbewusste Frau den von starren gesellschaftlichen Mustern männlicher Vernunft geprägten Tellheim nach und nach zurück ins Leben. Da Tellheim sich nicht helfen lassen will, ersinnt Minna einen verwegenen Plan, um ihn mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Sie zwingt ihn in eine Situation, in der er handeln muss ...

Inszenierung - Astrid Großgasteiger
Ausstattung - Manuela Weilguni
Dramaturgie - Friederike Bernau

BESETZUNG

Major von Tellheim - Clemens Ansorg
Minna von Barnhelm - Claudia Carus
Graf von Bruchsal - Werner Friedl
Franziska - Diana Marie Müller
Just - Roman Blumenschein
Paul Werner \ Feldjäger \ Riccaud de la Marnière - Paul Maresch
Der Wirt - Walter Sachers-von Philippovich


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