Literatur

Miljenko Jergovic: Vater


Moderation: Andrea Zink (Institut f. Slawistik)
Lesung: Michaela Simmerer
Dolmetscherin: Mascha Dabic´

„Wir standen uns nicht nah, obwohl es immer hieß, ich sei ganz der Vater.“ Das letzte Telefonat zwischen Vater und Sohn löst eine Flut von Erinnerungen aus: In seinem neuen Buch Vater taucht -Miljenko Jergovic´ in die Abgründe seiner eigenen Familie ein und beleuchtet die tragischen Verwicklungen seiner Heimat. Er beschreibt den Lebens-weg seines Vaters, eines angesehenen Arztes und Experten für Leukämie, dessen Einsatz für die ländliche Bevölkerung und politische Haltung. Zugleich bezieht er kritisch Stellung zur kroatischen Geschichte und dem Umgang mit der faschistischen Vergangenheit.
Ohne Pathos, mit Witz und einer Portion Sarkasmus schildert Miljenko Jergovic´ die jugoslawische Lebenswirklichkeit, die das Schicksal seines Vaters bestimmte und damit auch den Sohn prägte. Vater ist das literarische Dokument seiner Familie: Leidenschaftlich und pointiert erzählt er anhand ihrer Lebensstationen von den historischen Auseinandersetzungen auf dem Balkan und deren Auswirkungen bis heute.

Miljenko Jergovic´, geboren 1966 in Sarajevo, lebt in Zagreb, schreibt in kroatischer Sprache. Er arbeitet als Schriftsteller und politischer Kolumnist und ist einer der großen europäischen Gegen-warts-autoren. Seine Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet worden. Publikationen (Auswahl): Sarajevo Marlboro. Erzählungen (2009), Freelander. Roman (2010), Wolga, Wolga. Roman (2011, alle: Schöffling & Co). www.jergovic.com/ajfelov-most

Miljenko Jergovic´: Vater. Roman. Aus dem Kroatischen von Brigitte Döbert. Schöffling & Co 2015.


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