Literatur

Miljenko Jergović liest aus Vater


Miljenko Jergović liest aus Vater (Schöffling 2015).
Lesung der deutschen Texte: Rudi Widerhofer

„Wir standen uns nicht nah, obwohl es immer hieß, ich sei ganz der Vater.“ Das letzte Telefonat zwischen Vater und Sohn löst eine Flut von Erinnerungen aus: In seinem neuen Buch taucht Miljenko Jergović in die Abgründe seiner eigenen Familie ein und beleuchtet die tragischen Verwicklungen seiner Heimat. Er beschreibt den Lebensweg seines Vaters, eines angesehenen Arztes und Experten für Leukämie, dessen Einsatz für die ländliche Bevölkerung und politische Haltung. Zugleich bezieht er kritisch Stellung zur kroatischen Geschichte und dem Umgang mit der faschistischen Vergangenheit. Ohne Pathos, mit Witz und einer Portion Sarkasmus schildert Miljenko Jergović die jugoslawische Lebenswirklichkeit, die das Schicksal seines Vaters bestimmte und damit auch den Sohn prägte. In Vater erzählt er anhand ihrer Lebensstationen von den historischen Auseinandersetzungen auf dem Balkan und deren Auswirkungen bis heute. (zu: Vater, Schöffling)

Miljenko Jergović
Geboren 1966 in Sarajevo, studierte Philosophie und Soziologie an der dortigen Universität. Er ist Mitbegründer der GROUP 99. Jergović berichtete u.a. für die Zagreber Wochenzeitung Nedeljna Dalmacija aus dem belagerten Sarajevo und war dort auch Redakteur beim Fernsehen. Seit 1993 lebt er als freier Schriftsteller in Zagreb und ist als politischer Kolumnist für verschiedene kroatische und internationale Zeitungen (in Deutschland für DIE ZEIT und die FAZ) tätig. Für seine Arbeit als Journalist und politischer Kolumnist wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Veröffentlichungen auf Deutsch: u.a.: Buick Rivera (2006); Das Walnusshaus (2008); Freelander (2010); Wolga, Wolga (2011); Vater (2015).


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