Klassik

Michael Schöch - Klavier



Do 11.01.2018 – 20.15 Uhr
Hall i.T., Kurhaus

Universum Schumann (1)
Carnaval, op.9 (1834), Faschingsschwank aus Wien, op.26 (1839) u.a.

Michael Schöch - Klavier

In dieser Saison beginnen wir einen neuen Zyklus um Robert Schumann – zu hören vor allem sein Œuvre für Klavier. Michael Schöch wird gemeinsam mit Freunden, Schülern und Kollegen einen Einblick in dieses Universum geben. Am Anfang steht der in Wien entstandene Faschingsschwank, der auch als ein Seitenstück zu den Carnevalsscenen op. 9 betrachtet wurde. An allen Enden humoristisches Wetterleuchten; von allen Seiten fahren die Raketen des Witzes und lustigen Uebermuths in die Höhe, umzischen uns die Sprühteufel schalkischen Spottes und des ausgelassensten Muthwillens. Carnaval ist eine der meistgespielten Kompositionen Schumanns, entstanden aus einer Liebesbeziehung (Baronesse Ernestine von Fricken, Schülerin von Wieck). Masken des Schumann’schen Ich im Kontrast zu Figuren der Commedia dell’Arte (Pierrot und Arlequin) wechseln mit Bildern aus seinem Gefühlsleben: Chiarina (= Clara), Estrella (= Ernestine), Chopin und Paganini. Verstanden wurden die Scènes mignonnes sur quatre notes von den Zeitgenossen nicht. Franz Liszt, der als Erster das gesamte Werk mit allen Tänzen spielte, schreibt: Die Musiker nebst denen, die als Musikverständige galten, hatten (mit wenig Ausnahmen) noch eine zu dicke Maske über die Ohren um diesen reizenden, schmuckvollen, in künstlerischer Phantasie so mannigfaltig und harmonisch gegliederten Carneval zu erfassen. Späterhin zweifle ich nicht, daß dies Werk in der allgemeinen Anerkennung seinen natürlichen Platz zur Seite der 33 Variationen über einen Diabelli'schen Walzer von Beethoven (denen er meiner Meinung nach sogar an melodischer Erfindung und Prägnanz voransteht) behaupten wird.

Kommen Sie in den wirblig imaginären Tanzsaal des 24-jährigen Schumann!

19.15 Uhr - Einstimmung