Literatur · Theater

Michael Köhlmeier: Portrait


Anfang der 1980erJahre entschied sich Michael Köhlmeier für ein Leben als freier Schriftsteller, seitdem etablierte er sich als herausragender Erzähler, es entstanden zahlreiche Sagen-, Märchen- und Roman-Bände. Seine Werke wurden in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Der Bestseller- Autor gilt als einer der wichtigsten Erzähler europäischer Geschichte, wie z.B. in seinem umfassenden Roman „Abendland“ oder in „Bruder und Schwester Lenobel“. Köhlmeier sei ein „begnadeter Fabulator, der auch als Nacherzähler klassischer Mythen und biblischer Geschichten sowie im mündlichen Erzählen überzeugt“, urteilte die Jury in ihrer Begründung für die Vergabe des Literaturpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung 2017 an den österreichischen Autor. Und weiter heißt es: „Seine Romane und Novellen stellen die Frage nach Herkunft
und Wertbeständigkeit, sie orientieren sich umsichtig am Wissen unserer Zeit und bedenken zentrale Herausforderungen der Gegenwart: Migration und Gewalt. Zwischen Tragödie und Idylle findet Michael Köhlmeier einen originellen Weg von poetischer Freiheit in politischer Verantwortung.“ Köhlmeiers politisches Engagement reicht aber weit über sein literarisches Schaffen hinaus. Regelmäßig meldet er sich zu politischen Themen öffentlich zu Wort, zuletzt mit einer aufsehenerregenden Rede zum Holocaust-Gedenken im Mai 2018, in der er den menschenfeindlichen Umgang der gegenwärtigen Regierung mit Geflüchteten kritisierte. Über seine politische Motivation
sagte Köhlmeier: „Ich hab das als Bürger getan, nicht als Schriftsteller“.

In einem Gespräch mit der ORF-Journalistin Renata Schmidtkunz und einer Lesung durch SchauspielerInnen des Landestheaters aus seinem Werk wird ein vertiefter Einblick in das Köhlmeiersche Leben und Denken möglich.


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