Theater

Michael Bruckner, Gitarre, Angelika Hagen, Violine, Texte u.a. - Heimat?


Seit der Vertreibung aus dem Paradies, haben Menschen eine Sehnsucht nach Heimat. Sie ist ein individuelles Gefühlskonstrukt und gleichzeitig eine anthropologische Konstante, die im Lauf der Geschichte durch unterschiedliche soziokulturelle und politische Umstände immer wieder neu aktualisiert wurde – bis hin zum Missbrauch durch die Nationalsozialisten. Sie gestanden ihre „deutsche Heimat“ nur denen zu, die der „deutschen Rasse“ angehörten. Die anderen wurden im eigenen Land vernichtet.
Welche Zukunft hat ein Begriff mit dieser Vergangenheit?
Und wie viel Heimat braucht der Mensch überhaupt?
Der Begriff ist seit ein paar Jahren wieder hochaktuell und europaweit in vieler PolitikerInnen Munde. Einerseits als eine Folge der rasanten Beschleunigung durch Digitalisierung und Globalisierung – im ‚global village’ kann niemand gut heimisch werden. Andererseits als Kampfbegriff zum sogenannten Heimatschutz, das heisst zur Abwehr von Flüchtlingen.
Heimat bedeutet Zugehörigkeit, Mitgliedschaft in einer Gemeinschaft und konstituiert sich so immer auch aus der Perspektive des Ausgeschlossenseins. Doch dort, wo sie spaltet, verliert sie ihre Schönheit und Berechtigung. (Angelika Hagen)


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