Theater

Mich Love, Du Schuft! Veza & Elias Canetti – Briefe an Georges


«Much love, du Schuft!» Veza & Elias Canetti - Briefe an Georges

Nach dem Buch von Karen Lauer und Kristian Wachinger,
für die Bühne bearbeitet von Helmut Peschina,
künstlerisch begleitet von Hansjörg Betschart.
Mit Graziella Rossi und Helmut Vogel / Musik: Olga Neuwirth
Produktion: sogar theater /
Rechte: Hanser Verlag, München, Johanna Canetti

Georg Canetti, Arzt in Frankreich, jüngster Bruder von Elias und Schwager von Veza Canetti, war Ruhepol in der Beziehung und Ehe der beiden. Ihm teilen Veza und Elias meist unabhängig voneinander in Briefform ihre Sorgen, Bedürfnisse, Schwierigkeiten mit, lassen ihn an ihrem Wiener Alltag teilhaben, beschreiben ihm die politische Situation in Österreich, das Aufkommen des Nationalsozialismus, ihre Ängste vor Verfolgung. Später dann, während der Kriegsjahre und der ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, ist England Schauplatz ihrer Beschreibungen. Handelt es sich bei den Briefen zwischen Georg und Elias um rein brüderliche Austausch - verfahren, so ist Georg zu Beginn der Korrespondenz mit Veza Vertrauter und guter Freund der Schwägerin. Allmählich entwickeln sich jedoch Vezas Briefe zu obsessiven Forderungen und Liebeserklärungen. Ihrem Brief-Liebhaber beschreibt sie die Liebesverhältnisse ihres Mannes, hält ihn am Laufenden über seine Erfolge und Pläne. Sie beschreibt detailliert dessen Schwächeund Krankheitsanfälle, seine Zornausbrüche und Ängste. Der ferne Georg ist Vezas Adresse für Freiheit und Geborgenheit. Ziel ihrer Sehnsüchte, ihre grosse Liebe.
Die Korrespondenz von Elias und Veza mit Georg beginnt Anfang der 1930er Jahre und hat ihren Höhepunkt in den ersten drei Nachkriegsjahren. Mehr als die Hälfte der über 100 Briefe an Georg Canetti stammen von Veza. Brieftexte, die sich wie wunderbare Prosa lesen.

Zu Veza Canettis bekanntesten Werken gehören: «Die gelbe Strasse», «Der Oger», «Geduld bringt Rosen» und «Die Schildkröten»; von Elias erschienen u.a. «Die Blendung», «Masse und Macht», «Die gerettete Zunge», «Die Fackel im Ohr», «Das Augenspiel» und «Party im Blitz»


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