Tanz

Mette Ingvartsen - 7 Pleasures


In „7 Pleasures“ der dänischen Choreografin und Tänzerin Mette Ingvartsen ist hautnah mitzuerleben, wie sich Konzepte von Nacktheit und Sexualität durch die Zeit verändert haben.

Die Auseinandersetzung mit dem Körper – dem eigenen, aber auch dem fremden – zieht sich wie ein roter Faden durch die international beachteten Arbeiten von Mette Ingvartsen. Dabei steht immer auch der politische Aspekt des Körpers im Fokus, seine Wahrnehmung und seine Funktion als Statement an sich. Im Zentrum ihres neuen Werks „7 Pleasures“, das beim steirischen herbst uraufgeführt wird, stehen verschiedene Aspekte des Vergnügens, des Hedonismus und der Sinnlichkeit.

Zwölf Performerinnen und Performer vollziehen als Bühnenkollektiv eine große, kontinuierliche Bewegung in sieben Etappen. Sie tasten sich an die anderen Körper heran, an deren Haut, testen ihre Grenzen aus, nehmen unvermutete Konstellationen ein und gehen nicht zuletzt der Frage nach: Wie kann die lustvolle Kraft des Vergnügens genutzt werden, um Klischeebilder rund um Nacktheit und Sexualität aufzubrechen?

Denn wenn Ingvartsen, die beim steirischen herbst 2009 „evaporated landscapes“ und „Giant City“ zeigte, in das mitunter unheimliche Reich des Vergnügens vordringt, geht es nicht bloß darum, den Empfindungen freies Spiel bei ihrer Suche nach Ausdruck zu lassen. Das Thema wirft auch brisante und letztlich politische Fragen auf: Wie können andere Formen des Vergnügens zelebriert werden als jene, die das Alltagsleben, die gesellschaftlichen Konventionen und eine Normierung auf den politisch-korrekten Umgang zwischen den Geschlechtern bereithalten?


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