Tanz

Mette Ingvartsen - 69 Positions


Zwei Stunden lang blättert Ingvartsen eine intelligente Recherche zum Thema Nacktheit und Sexualität in den performativen Künsten auf. — Melanie Suchy, tanz

Exzess, Nacktheit, Orgien, rituelle Ausschweifungen, Publikumsbeteiligung und politisches Engagement – die Ausdrucksformen sexueller Utopie in experimentellen Performances der 60er Jahre bilden den Ausgangspunkt für 69 Positions. In ihrem aktuellen Solo, das die dänische Choreographin selbst interpretiert, untersucht sie den zeitgenössischen Körper auf seine Brüche, um das Verständnis heutiger Sexualität zu durchdringen. Ihr eigener Körper wird dabei zu einem Erfahrungsfeld physischer Experimente und unorthodoxer sexueller Praktiken, die sich im Verhältnis zu ihrer Umgebung entwickeln. Mette Ingvartsen bewegt sich in einem Bühnensetting, das einerseits recherchierte Materialien wie Videos, Photographien und Texte präsentiert und andererseits den Zuschauerschwarm klar strukturiert. So referiert sie vergnüglich über legendäre Happenings, streift kurzweilig eine Marquis de Sade-Passage oder widmet sich mit extremer Hingabe und eindeutiger Pose einem Stuhl. Ganz bewusst sucht sie dabei die Nähe zum Publikum und zieht dieses mit ihrer beeindruckenden Performance in seinen Bann.

Mette Ingvartsen untersucht in ihrem aktuellen Arbeitszyklus das Verhältnis von Sexualität, das Politische des Körpers und gesellschaftliche Strukturen. Mit 69 Positions, das von der SZENE Salzburg koproduziert wurde und bei der diesjährigen Sommerszene als Österreichpremiere zu erleben ist, gastiert sie nach ihren umjubelten Aufführungen in den vergangenen Jahren erneut in Salzburg.

105 Min, in englischer Sprache

Konzept, Choreographie und Performance: Mette Ingvartsen
Licht: Nadja Räikkä
Set: Virginie Mira
Sound: Peter Lenaerts
Dramaturgie: Bojana Cvejic
Technische Leitung: Nadja Räikkä, Joachim Hupfer
Soundtechnik: Adrien Gentizon
Produktionsmanagement: Kerstin Schroth


Vergangene Termine