Theater

Messer in Hennen


Zu einer Zeit, als ein Schreibstift noch als Werk des Teufels galt, begehrt eine junge Bäuerin gegen den Alltag auf. Sie will sich die Welt nicht mehr von ihrem Mann erklären lassen. Oder von dem engstirnigen Dorf. Ist es gottlos, wenn man seine eigenen Gedanken über das Leben finden will?

Es ist eine faszinierende, archaische Welt, in die uns der Autor David Harrower entführt. Da gibt es den Pflüger Pony William. Mit seiner Frau, der jungen Bäuerin, bestellt er das Land. Und es gibt Gilbert Horn, den Müller, vor dem alle im Dorf Angst haben. Weil er angeblich über magische Kräfte verfügt.

Als die junge Frau das Korn zur Mühle bringt, entdeckt sie, dass der Müller gar nicht zaubern kann. Aber er hat einen Stift, einen Tintenstift. Mit dem kann er auf Papier festhalten, was ein Mensch denkt. Der Müller schreibt die Gedanken über das Leben auf.

Behutsam ermuntert Gilbert Horn die junge Bäuerin, weiter auf dem Weg der Selbsterkenntnis zu wandeln. Und dann passiert es. Der angebliche Magier erliegt dem Zauber der jungen Frau. Das Dorf würde beide steinigen, wenn die Frau von Pony William öfter zu dem Müller ginge. In dieser alten, schweigsamen Welt bricht man nicht aus seinem Schicksal aus.

Die Suche nach einem neuen Denken hat von der jungen Frau Besitz ergriffen. "Ich muss Namen in das hineinstoßen, was da ist", sagt die junge Frau. "So wie ich mein Messer in den Magen einer Henne stoße. Dann werde ich erkennen." Denn am Anfang war immer schon das Wort.

Besetzung:

Regie: Manfred Schild
Bühne: Luis Graninger
Kostüme: Andrea Kerner
Regieassistenz: Judith Knoll
Bühnenbau: Robert Simmerle
Technik: Andreas Schwarz, Gabriel Thurnher

Junge Frau Teresa Waas
Pony William Philipp Rudig
Gilbert Horn Johann Nikolussi


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