Literatur · Klassik

Merlin Ensemble Wien - Kreutzersonate


Zu Beginn erklingt die Komposition, die in der Erzählung eine tragende Rolle spielt, und welcher Tolstoi und Janáček den Titel entlehnt hatten: Der erste Satz der sogenannten „Kreutzer-Sonate“ von Ludwig van Beethoven.

Für eine Tolstoi-Feier komponierte Janáček ein Klaviertrio, inspiriert durch Tolstois Erzählung „Die Kreutzersonate“. Zusammen mit Beethovens „Kreutzersonate“ und einer Tolstoi-Rezitation wurde das Klaviertrio 1909 in Brünn erstmals gespielt. Das Werk ist verschollen. Janáčeks Erstes Streichquartett von 1923 trägt ebenfalls den Hinweis angeregt durch L. N. Tolstois „Kreutzersonate“.

Der Pianist und Komponist Till A. Körber notiert dazu:

„Bei dem heute erklingenden Werk handelt es sich um eine Bearbeitung des Streichquartetts für Klaviertrio. Janáček improvisierte während des Kompositionsprozesses am Klavier. So sind auch beim Quartett weite Passagen auf einen Klaviersatz zurückzuführen, der einer improvisierenden Hand in die Finger hätte kommen können.“

Beethoven widmete seine Violinsonate A-Dur, op. 47 dem Geiger Rodolphe Kreutzer, doch war es der englische Geiger George Bridgetower, ein Mulatte, mit dem Beethoven diese Sonate 1803 uraufführte. So verband sie Beethoven, Tolstoi und Janáček zu einem Dreigestirn und inspirierte zu Werken über die Macht und Wirkung der Musik. Hermann Beil

Hermann Beil liest aus der gleichnamigen Erzählung Leo Tolstois. Das Merlin Ensemble Wien spielt eine Rekonstruktion von Till A. Körber des für eine Lesung dieser Erzählung eigens komponierten Klaviertrios von Leoš Janáček

Programm:

L. v. Beethoven: Sonate für Klavier und Violine op. 47 Kreutzersonate – 1. Satz
L. Janáček: Kreutzersonate in der Bearbeitung für Klaviertrio von T. A. Körber


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