Literatur · Klassik

Mercedes Echerer - Rezitation & Susanne Pumhösl - Cembalo


Aus dem Leben einer Kurtisane und Dichterin im Venedig des 16. Jahrhunderts: Musik, Briefe und Gedichte aus dem Salon der Veronica Franco.

Veronica Franco war eine Dichterin, Kurtisane und Bürgerin Venedigs. Im Unterschied zu verheirateten Frauen hatte sie Zugang zu Bibliotheken und stand als Zuhörende und Vortragende der Akademie ihres Mäzens Domenico Venier im Zentrum venezianischer Diplomaten, Künstler- und DichterInnenkreise. "in occassione ch'io faccio musica" - In einem ihrer Briefe wünschte sie sich, ein strumento da penna - ein Spinett oder kleines Cembalo - ausleihen zu dürfen, um Gelegenheit zu haben, etwas Musik zu spielen. Auch veranstaltete sie morgendliche Konzerte in ihren privaten Gemächern, um sich "vor dem Beginn der Musik der süßesten Harmonien der vornehmen Gespräche ihrer Herrschaft" zu erfreuen.

Programm:

Andrea Gabrieli:
Intonatio

Marco Facoli:
Napolitana Deh pastorella

Andrea Gabrieli:
Pour un plaisir

Antonio Valente:
Lo Ballo dell´Intorcia

Andrea Gabrieli:
Intonatio

Andrea Gabrieli:
Susanne un jour

Baldissera Donato:
Gloriosa, felic´alma, Vineggia

Antonio Barges:
Quando ti negg´alla finestra bella

Antonio Valente:
La Romanesca

Claudio Merulo:
La Rosa

Marco Facoli:
Napolitana S´io m´accorgo ben

Antonio Valente:
Gagliarda Napolitana

Antonio Barges:
Quanto debb´allegrarse

Luzzasco Luzzaschi:
Toccata

Marco Facoli:
Aria da Cantar Terza Rima

Andrea Gabrieli:
Ancor che col partire

Susanne Pumhösl forscht in diesem Programm der Musik nach, die in den venezianischen Salons des Cinquecento erklungen sein könnte und gibt mit einer Auswahl kunstvoll verzierter Madrigale, Volkslieder und Tänze Einblick in die vergessene Klangwelt venezianischer Cembalomusik. Mercedes Echerer liest aus den Briefen und Gedichten von Veronica Franco.

Susanne Pumhösl lebt in Wien, wo sie als Cembalistin, Musikwissenschafterin und Lehrerin der Konservatorium Wien Privatuniversität arbeitet. Ihr solistischer Werdegang begann 1996 als erste Preisträgerin des internationalen Johann Heinrich Schmelzer Wettbewerbs für Barockmusik. Die folgenden solistischen und kammermusikalischen Aktivitäten mit den Ensembles Capella Leopoldina und Private musicke sind in zahlreichen Rundfunk- und CD-Aufnahmen dokumentiert und wurden mehrfach ausgezeichnet.

In ihrer ersten Solo-CD stellt sie Cembalowerke des Wiener Hofkapellmeisters Johann Joseph Fux vor. Im Austrian Cultural Forum New York präsentierte sie bisher unveröffentlichte Zwölftonmusik von Josef Matthias Hauer. Die Musik Johann Sebastian Bachs steht im Mittelpunkt jüngster Projekte, etwa die Uraufführung des Gold.Berg.Werks von Karlheinz Essl, einer Interpretation der Goldberg-Variationen für Cembalo und Live-Elektronik, die Mitwirkung im Rahmen des Projekts BACH XXI, in dessen Rahmen sämtlic he geistliche Kantaten Bachs zur Aufführung gelangen, die Interpretation des 5. Brandenburgischen Konzertes sowie eine DVD mit Bachs kleinen Präludien, Inventionen und Sinfonien. Die zuletzt erschienene CD Voglio il core mit venezianischer Musik des Cinquecento widmet Susanne Pumhösl musikalischen Raritäten aus dem Umfeld der Dichterin und Kurtisane Veronica Franco.

Mercedes Echerer wurde in Linz geboren. Sie absolvierte ihre Schauspielausbildung bei Prof. Susi Nicoletti; darüber hinaus studierte sie Tanz bei Anna Vaughan sowie Gesang bei Jean Stavsky und Andreas Melis. Von 1984 bis 1985 stand sie im Theater an der Wien im Musical Cats auf der Bühne, Engagements am Wiener Volkstheater (1985 bis 1989) und am Theater an der Josefstadt (1990 bis 1998) folgten. Zu Mercedes Echerers weiteren Bühnenstationen zählen u.a. das Landestheater Linz, das Landestheater Salzburg, das Stadttheater Klagenfurt, das Stadttheater Frankfurt und das Landestheater St. Pölten; zudem gastierte sie bei den Festspielen Reichenau, den Sommerspielen Melk und den Schloss-Spielen Kobersdorf.

Im Verlauf ihrer Bühnenkarriere arbeitete sie mit Regie-Größen wie Jürgen Flimm, Otto Schenk und Harald Posch zusammen. Von 1999 bis 2004 unternahm die Schauspielerin als Grünen-Abgeordnete im Europäischen Parlament einen Ausflug in die Politik. In Österreich ist sie außer aus ihren zahlr eichen Film- und Bühnenrollen auch als Moderatorin der ORF-Sendung Kunststücke, der Prix Ars Electronica Gala sowie des Nestroy Preises bekannt.


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