Theater

Menschen im Hotel


Man muss den Mut haben, zu leben – Auf das Leben, meine Herrschaften! Jedes Glas auf das herrliche, gefährliche, starke, kurze, kurze Leben – auf den Mut, der dazu gehört, es auszuhalten – Nicht auf ein langes Leben kommt es an, sondern, dass man es ganz genau spürt, dass man es ganz nimmt und austrinkt – wie ich – dieses Glas – das Leben.
Kringelein

Ein Berliner Luxushotel wird zu einem Ort schicksalhafter Begegnungen. Eine alternde Primaballerina verliebt sich leidenschaftlich in einen nicht ganz so ehrenwerten jungen Baron, der es eigentlich auf ihren Schmuck abgesehen hat. Ein kleiner Angestellter, den nahen Tod vor Augen, beginnt das Leben zu lieben und genießt es in vollen Zügen. Ein Generaldirektor zockt um die Zukunft seiner Firma und erliegt dem Charme einer Sekretärin, die eigentlich zum Film möchte. All diese Verschlingungen beobachtet ein Arzt, längst Dauergast des Hotels, der diesen Ort als Abbild des Lebens empfindet. In ihrem Erfolgsroman Menschen im Hotel schildert Vicki Baum ein Kaleidoskop von Figuren im Umbruch der "Goldenen Zwanzigerjahre" und ein Leben in der Großstadt, das zwar schnell und aufregend, aber auch durch Anonymität gekennzeichnet ist.

Man hat Frau Baum Unterhaltungsschriftstellerin genannt, ohne ihr damit gerecht zu werden. Unterhaltend zu sein, ist kein Fehler, und Vicki Baum weiß so viel von der Welt, sie kennt so gut die Menschen, sie begreift so genau und so warmherzig ihre Schicksale und die Beziehungen, die sie miteinander knüpfen, dass jede ihrer Arbeiten genug Wahrheit, genug schönes, belustigendes, trauriges, erregendes Leben enthält, um mehr zu sein als nur unterhaltend. Als sie am berühmtesten ihrer Romane, an der Geschichte von den Menschen im Hotel, schrieb, diente sie wochenlang in einem großen Berliner Hotel als Stubenmädchen. Das Leben der Angestellten hinter den Kulissen der Marmortreppen und Luxusappartements wollte sie aus eigener Anschauung kennenlernen, ehe sie uns davon erzählte. Der Erfolg ihrer Bücher mag zu Teilen darauf beruhen, dass jeder Leser, jede Studentin, jeder Arzt, jeder Turnlehrer, jeder Bankier, jedes Ladenmädchen spürt: so ist es, genau so sieht es aus, mein Leben, dies ist sein getreuer Spiegel, in ihm sind alle meine Gedanken und Gefühle, meine ganze innere und äußere Existenz viel besser und klarer zu erkennen als in der Wirklichkeit, die mich verwirrt.
Erika und Klaus Mann

Die gebürtige Österreicherin Vicki Baum, einziges Kind einer gutbürgerlichen jüdischen Familie, war eine begnadete Harfenistin, bevor sie sich der Schriftstellerei zuwandte. Zu ihren bekanntesten Romanen zählen Menschen im Hotel (1929) und Hotel Shanghai (1939). Baum erkannte früh die Gefahr, die vom Nationalsozialismus ausging, und übersiedelte in die USA. Sie arbeitete als Drehbuchautorin für die Filmstudios in Hollywood, darunter Paramount Pictures. Ihr Roman Menschen im Hotel wurde mehrfach verfilmt – 1932 unter dem Titel Grand Hotel mit Greta Garbo in der Rolle der Primaballerina.

Bühnenbearbeitung von Anna Bergmann

Besetzung:

Regie
Cesare Lievi

Bühnenbild
Maurizio Balò

Kostüme
Birgit Hutter

Dramaturgie
Barbara Nowotny

Licht
Emmerich Steigberger

Baron von Gaigern
Raphael von Bargen

Grusinskaja
Sona MacDonald

Otto Kringelein
Siegfried Walther

Generaldirektor Preysing
Heribert Sasse

Flämmchen
Silvia Meisterle

Suzette
Marianne Nentwich

Dr. Otternschlag
Alexander Waechter

Justizrat Zinnowitz
Alexander Strobele

Ein Chauffeur
Alexander Absenger

Hotelpagen
Robert Hager, Gregor Kronthaler, Borys Sokol, Manuel Waitz


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