Jazz

Melissa Coleman & Monika Lang Solo & Duo


»Mind the Gap« heisst die neue CD des Duos Coleman/Lang. Eine Aufforderung zur erhöhten Aufmerksamkeit um fatale (Hör)Schäden an Leib & Seele zu vermeiden…?
Als Basismaterialien ihrer Improvisationen dienen u.a. Kompositionen Arnold Schönbergs aus seinem Liederzyklus »Das Buch der hängenden Gärten“ nach 15 Gedichten von Stefan George für Singstimme und Klavier, Op. 15.: Der auf- & erregende Beginn der sogenannten »atonalen Phase« im Schaffen des innovativen Ton- & Wortsetzers.
Aus jener Zeit der »Emanzipation der Dissonanz« stammt folgende Analyse, welche den stilgewandten ImprovisatorInnen Coleman/Lang am heutigen Abend sicherlich ebenfalls als Inspiration dienen dürfte…:

»Unsere Zeit sucht vieles. Gefunden aber hat sie vor allen etwas: den Komfort.
Der drängt sich in seiner ganzen Breite sogar in die Welt der Ideen und macht es uns so bequem, wie wir es nie haben dürften. Man versteht es heute besser denn je, sich das Leben angenehm zu machen.

Man löst Probleme, um eine Unannehmlichkeit aus dem Weg zu räumen. Aber, wie löst man sie? Und das man überhaupt meint, sie gelöst zu haben!
Darin zeigt sich am deutlichsten, was die Voraussetzung der Bequemlichkeit ist: die Oberflächlichkeit.
So ist es leicht, eine »Weltanschauung« zu haben, wenn man nur das anschaut, was angenehm ist, und das übrige keines Blickes würdigt. Das Übrige, die Hauptsache nämlich. Das, woraus hervorginge, dass diese Weltanschauungen ihren Trägern zwar wie angemessen sitzen, aber dass die Motive, aus denen sie bestehen, vor allem entspringen dem Bestreben, sich zu exkulpieren.«
In diesem Sinne: Herzlich Willkommen…! (re_de)

Melissa Coleman: Violoncello
Monika Lang: Klavier


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