Theater

Mein Hundemund


Alle sitzen im Dreck: Der Hundsmaulsepp, der sich selbst Drecksepp nennt, hasst die Welt genauso wie sich und sein Leben. Und die Welt hasst ihn, dessen ist er sich sicher. Deshalb tut er nichts anderes, der Drecksepp, als schimpfen und saufen.

Und weil er weiter nichts als das tut, steigern sich seine Tiraden in einen alkoholgetränkten, quälenden, monomanischen Weltverachtungsekel. Dem Drecksepp seine saubere Frau hat sich nach hundert Jahren schon fast damit abgefunden – sie stellt ihm das Bett vor die Tür, kommandiert und lamentiert. Der Sohn hingegen hält's nicht mehr aus in dem Saustall – er verachtet den Vater genauso wie dieser ihn, er wär schon längst weg, wäre sein Auto nicht kaputt. Also bleibt er picken in dem Sumpf und übrig ist nur der Traum von einer Raupe, die den Vater und den ganzen Dreck wegschieben wird. Und so würd's ewig weitergehen, würde der Drecksepp nicht eines Tages beschließen, auf den Hund kommen zu wollen ...

Mein Hundemund ist nach Die Präsidentinnen, Übergewicht, unwichtig: Unform und Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos der letzte Teil von Werner Schwabs Tetralogie der Fäkaliendramen – eine makabre Volksstückverköstigung, die, angereichert mit blutverschmierten, schmatzenden und vollgefressenen Texttiraden, nur schwer verdaulich ist. Deshalb verschluckt sich der Drecksepp am Ende selbst an seinen wie im Rausch gesprochenen Sprachexzessen, die als blutig-rohe Textbrocken doch eigentlich für Rolfi, seinen Hund, zum Fraß gedacht waren: „Die Sprache zerrt die Personen hinter sich her: wie Blechbüchsen, die man an einem Hundeschwanz angebunden hat. Man kann eben nichts als die Sprache." (Werner Schwab)

Der Hundsmaulsepp Rainer Frieb
Die Frau Susa Meyer
Der Sohn Jan Sabo


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