Tanz

Mayerling



Das ehemalige Schloss Mayerling im Wienerwald wird jährlich von mehr als 100.000 Besuchern aufgesucht. Sie alle wollen den Schauplatz sehen, an dem am 30. Januar 1889 Kronprinz Rudolf – aller Wahrscheinlichkeit nach – zuerst seine Geliebte, die junge Baroness Mary Vetsera, und kurz darauf sich selbst erschoss.

Bis heute sind die genauen Todesumstände unbekannt, denn das Kaiserhaus unternahm alles, um die Tat zu vertuschen: Als Selbstmörder hätte dem Kronprinzen kein kirchliches Begräbnis zugestanden, und der Sohn des Kaisers ein Mörder – undenkbar. Die Vertuschung geriet jedoch so stümperhaft, dass Ungereimtheiten bald zutage traten und Platz für wilde Gerüchte ließen. Der spektakuläre Tod des Liebespaares war dabei der Endpunkt eines ungewöhnlichen Lebens. Kronprinz Rudolf galt als Reformer am Hof der Habsburger, er war – im Gegensatz zum konservativen Kaiser – liberal, antiklerikal und eher kritisch gegenüber der Aristokratie eingestellt. Die Ehe mit der belgischen Prinzessin Stephanie war arrangiert und ohne Erfüllung für den Kronprinzen, der zudem unter Depressionen litt. Glück in der Liebe fand er einige Jahre bei der Edelhure Mizzi Kaspar, die ihm aber, im Gegensatz zu Mary Vetsera, nicht in den Tod folgen wollte. Das dramatische Leben des einzigen Sohnes von Kaiserin Elisabeth bildet die Grundlage für einen emotionalen wie fesselnden Tanzabend von Enrique Gasa Valga. Mit Glanz und Gloria wird ein Stück österreichischer Geschichte lebendig, das bis heute die Menschen fasziniert und zu wilden Spekulationen verführt.

Tanzstück von Enrique Gasa Valga . Libretto von Enrique Gasa Valga und
Katajun Peer-Diamond
Choreographie & Inszenierung Enrique Gasa Valga
Bühne Helfried Lauckner
Kostüme Eva Praxmarer