Diverse Musik · Klassik

Max Raabe


Ganz dahinten, wo der Leuchtturm steht, wo das weite Meer zu Ende geht, dort blieb ein Stück von meinem Glück zurück“, sang einst Hans Albers. Mit Max Raabe und seinem langjährigen Pianisten Christoph Israel aber kehrt ein Stück von diesem Glück tatsächlich wieder zurück.

Das Meer ist eine romantische Metapher, Sinnbild für Sehnsucht und Aufbruch, für Abschied und Heimweh. Mit kammermusikalischer Intensität entwirft Max Raabe ein akustisches Panorama dieser Gefühlswelt. In überwiegend leisen Tönen erzählt das Solo-Konzertprogramm «Übers Meer» von Liebe und Sehnsucht, vom Weggehen und Ankommen.

Konzentriert und variantenreich spannt die ebenso voluminöse wie präzise Baritonstimme den großen melodramatischen Bogen – heiter, elegisch und melancholisch. Die Stücke entstanden zum größten Teil gegen Ende der Weimarer Republik, dieser experimentierfreudigen und widersprüchlichen, herrlich verrückten und doch gar nicht «goldenen» Zeit.

Legendäre Komponisten und Textdichter wie Fritz Rotter, Robert Gilbert, Walter Jurmann, Austin Egen, Hans May, Walter Reisch und Werner Richard Heymann, ausnahmslos jüdischer Herkunft, mussten über Wien, Paris und London in die USA emigrieren – buchstäblich «übers Meer» und weit weg von der Heimat und jener Sprache, die sie liebten und so meisterhaft beherrschten. Einem Liederzyklus gleich fasst Max Raabe die Lieder, Schlager und Couplets atmosphärisch zusammen. Klassiker wie «Ninon», «Irgendwo auf der Welt» oder «Ein Lied geht um die Welt» interpretiert Raabe mit einem zerbrechlichen Glanz fernab jeder falschen Süßlichkeit. Dem still sehnenden «Wenn der Wind weht über das Meer» – im Original von den Comedian Harmonists gesungen – ist schließlich jene Zeile entnommen, die den Namen des Konzertprogramms trägt.

Musikalisch begleitet wird Max Raabe von seinem langjährigen Pianisten Christoph Israel.


Vergangene Termine