Literatur · Theater

Martin Schenk und Martin Schriebl-Rümmele - Genug Gejammert


Das aktuelle Buch macht die Stimmen von Pflegebedürftigen, jungen Familien, Wohnungssuchenden, Bildungshungrigen und Armutsbetroffenen hörbar. Und Zusammenhänge sichtbar.

Der Sozialexperte Martin Schenk und der Gesundheitsjournalist Martin Schriebl-Rümmele räumen mit ihrem neuen Buch „Genug gejammert“ mit oft diskutierten Mythen auf und treten für die Stärkung des Sozialstaates und gegen sein Aushöhlen und Krankjammern ein. Warum gerade zwei langjährige Kritiker von Entwicklungen argumentieren, dass es „gerade jetzt ein starkes, soziales Netz braucht“, bringt der Karikaturist Gerhard Haderer, der das Buch illustriert hat, auf den Punkt: „Diese Diskussion ist längst überfällig.“ „Hören wir auf zu jammern, stärken wir die Stärken des Sozialsystems und schließen wir die Lücken, die bereits entstanden sind“, fordern die Autoren. „Was sind die Stärken und was sind die Schwächen, fragt man sich, wenn man etwas verbessern will

Im besten Fall führt dies dazu, dass die Schwächen korrigiert und die Stärken optimiert werden. Das gilt auch für das soziale Netz. Dort, wo soziale Probleme steigen, müssen wir gegensteuern, dort, wo soziale Probleme präventiv verhindert werden, müssen wir weiter investieren. Die Autoren gehen dabei auch auf die Emotionen ein, die hinter der aktuellen Debatte stehen: Angst, Scham, mangelnde Anerkennung sowie öffentliche Ignoranz gegenüber Kränkungen und Ohnmachtsgefühlen der Bevölkerung. Zusammen mit der Pensionsexpertin Christine Mayrhuber und dem Wirtschaftsforscher Alois Guger zeigen sie, warum gerade jetzt ein starkes, soziales Netz wichtig ist und wie wir es gemeinsam verbessern können.

Für die Autoren ist Österreichs Sozialsystem "eine Erfolgsgeschichte". Lange sei es Garant für Wohlstand und sozialen Aufstieg für breite Bevölkerungsschichten gewesen. "Ein funktionierendes Sozialsystem war ein wesentlicher Grundpfeiler des Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahrzehnte. Doch anstatt die Stärken des Sozialstaats in wirtschaftlich schwierigen Zeiten abzusichern, wird er von vielen Seiten krankgeredet und ausgehöhlt", kritisieren die beiden Sozialexperten. Dadurch werde der soziale Friede aufs Spiel gesetzt, Grundrechte werden in Frage gestellt und sozialer Abstieg bis weit in die Mittelschichten hinein in Kauf genommen.
Für echte soziale Sozialreformen braucht es Mut. „Hören wir auf das soziale Netz krank zu jammern und verbessern wir es dort, wo Lücken entstanden sind“, argumentieren die Autoren. Die positiven Wirkungen des Sozialstaats gehören gestärkt, die Fehlentwicklungen korrigiert.


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