Jazz · World Music

Martin Lubenov Orkestar


Martin Lubenov ist ohne Zweifel einer der wichtigsten und innovativsten Vertreter des Balkan-Akkordeons jenseits der Unterhaltungsmusik. Was nicht heißt, dass seine Musik nicht unterhaltsam ist. Im Gegenteil.

Martin Lubenov zählt mit seinen erst 27 Jahren zu den ganz Großen des Balkan-Akkordeons. Vergleichbar seinem berühmten Kollegen Petar Ralchev hat Martin Lubenov sehr früh zu einem eigenen Stil gefunden, der mit atemberaubender Virtuosität und spielerischer Eleganz balkanische Romamusik mit Schattierungen von Swing, Modern Jazz, Tango Nuevo, Salsa und Musette ansetzt und ihr damit die Ehre erweist, die Astor Piazzolla etwa dem Tango, Richard Galliano der Musette erwiesen haben. In seiner Wahlheimat Wien verfolgt er diesen Ansatz mit seinem unorthodoxen Balkanquartett Orfej weiter. Diesen Herbst kehrte er mit lange vorbereiteten Kompositions- und Arrangementideen nach Sofia zurück, um sich dafür seine "Elitetruppe" zusammenzustellen.

Das Martin Lubenov Orkestar rekrutiert sich aus den berühmtesten Romamusikern der bulgarischen Szene, deren Renommée teilweise weit über die Romaszene hinausreicht. Der unverwechselbare Soul des Romaliedes hat vor allem durch nordspanische / südfranzösische Bands wie die Gypsy Kings Weltruhm erlangt. Beim Martin Lubenov Orkestar kippt er interessanterweise nie in Kitsch und Gefälligkeit -dafür sorgen schräge Arrangements, voll gepackt mit experimentellen Jazzlinien, fetten Bläsersätzen, die unprätentiös Salsa mit Balkanbrass vermählen, den verspielten Tango- und Gypsy-Swing-Zitaten Lubenovs sowie den brillianten Gitarren- und Kontrabassbackings und -soli von Nikolai Antov und Nenad Vasilic.
Durch Miteinbeziehung aller dieser Mittel kreiert M. Lubenov eine raffiniert leichtfüßige und dennoch schwermütige, jedenfalls sehr südliche Musik, die dem Hörer so manche Berührungsängste mit dem "fremden Balkan" nehmen kann.

Dank seines stil- und kontinentübergreifenden Wissens ist Martin Lubenov mit seinem Orkestar das Unmögliche gelungen: ein völlig neuartiges Hybrid, das Intellektuelle, Jazzer, World-Music-Afficionados wie Popfreaks gleichermaßen zu begeistern vermag.


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