Klassik

Martin Losert, Saxophon, Zuher Khalaf, Violine, Marina Babikova, Klavier


Chatschatur Kanajan

Etude for saxophone (2015)
Stefan Streich

Ton für Saxophon solo (2015)
Harald Münz

articolarsi (2015)
Ludwig Nussbichler

bizzar . kristallin für Violine und Klavier (2016)
Martin Losert, Saxophon
Zuher Khalaf, Violine
Marina Babikova, Klavier

Die Vermittlung zeitgenössischer Musik ist eine Aufgabe der Musikschulen, der schon heute nachgegangen wird. Instrumentalpädagogen integrieren zeitgenössische Musik in ihre Unterrichtsangebote. Schaut man sich die Programme von Musikschulvorspielen jedoch an, so spielt zeitgenössische Musik abseits von Wettbewerben und Leistungsabzeichen insgesamt eine eher geringe Rolle. Gründe dafür gibt es sicherlich viele. Angefangen mit den jeweiligen musikalischen Vorlieben der Instrumentalpädagogen und Schülern und Schülerinnen, spielt die mangelnde Qualität vorhandener zeitgenössischer Unterrichtsliteratur eine nicht unerhebliche Rolle. Vorhandene Sammlungen und Einzelstücke genügen sich in der Anhäufung sogenannter neuer Spieltechniken. Es handelt sich vielfach um Exerzitien spezieller Techniken, nicht aber um Beispiele einer zeitgemäßen Musik mit einer entsprechenden Faktur und Ästhetik (Ausnahmen wie György Kurtágs „Jatekok“ oder Helmut Lachenmanns „Ein Kinderspiel“ bestätigen wie immer die Regel). Hinzu kommt, dass vorhandene Etüden und Übungsstücke oft so schwer sind, dass sie erst von Musikstudierenden und professionellen Musikern bewältigt werden können oder aber es handelt sich nur um musikalische Spielereien, angelehnt an die Improvisationsmodelle der 1960er Jahre, denen die Besonderheiten und Schwierigkeiten neuerer Texte fehlen.
Das am Programmschwerpunkt ConTempOhr angesiedelte Etüdenprojekt setzt genau hier an. Komponisten wurden gezielt angesprochen, Etüden bzw. Übungsstücke für verschiedene Instrumente zu schreiben. Dazu wurden (und werden) kleine Kompositionsaufträge vergeben. Damit die jeweiligen Stücke repräsentativ für das heutige Schaffen sind, wurde darauf geachtet, dass die jeweiligen Komponisten bereits ein gewisses Renommee besitzen.
Vom Schwierigkeitsgrad her sollten Etüden für die Mittelstufe an Musikschulen entstehen. Dieser Anspruch stellt für viele Komponisten, die es gewohnt sind, dass Instrumentalisten jede Schwierigkeit meistern, eine besondere Herausforderung dar. Es fällt ihnen schwer, instrumentale und interpretatorische Anforderungen vorab einzuschätzen und sich auf ein niedrigeres Spielniveau einzustellen.
Die vier im Rahmen des Programms vorgestellten Etüden, sind erste Ergebnisse des Projekts. Die Komponisten verfolgen sehr verschieden ästhetische Ideen und eine eigene Klangsprache mit unterschiedlichen Schwierigkeiten: ungewohnte Rhythmen und Intervallkonstellationen, der Wegfall von bekannten harmonischen und tonalen Zusammenhängen, neue Klänge und Spieltechniken, Formen und Melodien abseits klassischer (aber auch popmusikalischer) Vorstellungen. Die SchülerInnen aber auch die LehrerInnen werden eingeladen, sich auf eine unbekannte Entdeckungsreise zu machen.


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